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08. Dezember 2014

Mehr Sicherheit für Ihr Smartphone

Kriminelle fokussieren sich statt auf Computer immer mehr auf Handys. Diese sechs Tipps schützen Besitzer der weitverbreiteten Android- und iPhones vor den gängigsten Gefahren.

Aufgepasst: Ungeschützte Smartphones sind leichte Beute für Cyber-Piraten
Aufgepasst: Ungeschützte Smartphones sind leichte Beute für Cyber-Piraten (Bild: Supertotto/2 Agenten).

1. Zugang schützen

Richten Sie eine Zugangssperre für das Handy ein. Entweder mittels Fingerabdruckleser oder einer Zahlenkombination. Zudem sollte die SIM-Karte unbedingt mit einem PIN-Code geschützt sein.

So gehts für iPhones: Ab dem iPhone 5S konfigurieren Sie den Zugang per Fingerabdruck unter «Einstellungen/Touch ID & Code». Dort lassen sich ebenfalls ein Zahlencode einrichten und die Informationen definieren, die im gesperrten Zustand angezeigt werden. Das Passwort für die SIM-Karte ändern Sie unter «Einstellungen/Telefon/SIM-PIN».

Und Android: Im Menü «Einstellungen/Sperrbildschirm» definieren Sie wahlweise Passwort, Zahlencode oder per Fingerstrich ein Muster, wobei Ersteres die beste Sicherheit bietet. Ihren SIM-PIN ändern oder aktivieren Sie unter «Einstellungen/Sicherheit».

2. Updates laden

Nur ein aktuelles Smartphone ist ein geschütztes Smartphone. Installieren Sie alle Updates für das Betriebssystem und für jede geladene App. Noch besser: Automatische Updates aktivieren.

So gehts für iPhones: Öffnen Sie «Einstellungen/iTunes und App Store». Dort lassen sich per Schieberegler die automatischen Downloads für Apps und Updates einschalten. Achten Sie darauf, dass der Punkt «Mobile Daten verwenden» deaktiviert ist oder bleibt.

Und Android: Nach dem Start des «Google Play Stores» rufen Sie über die Menütaste die «Einstellungen» auf. Dort klickt man auf «Automatische App-Updates» und wählt «Automatische App-Updates nur über WLAN zulassen». Automatisierte Systemupdates konfigurieren Sie unter «Einstellungen/Geräteinformationen/Software-Updates» (unbedingt «Nur WLAN» aktivieren).

3. Daten sichern

Moderne Handys sind nichts anderes als tragbare Computer und können einen Virus einfangen oder abstürzen. Nur wer regelmässig (ein Mal pro Woche!) ein Backup seiner Datenschätze erstellt, muss sich darüber nicht ärgern.

So gehts für iPhones: Theoretisch stellt Apple für Datensicherungen seinen Onlinespeicher iCloud zur Verfügung. Da dieser nur 5 GB Kapazität bietet, ist die Nutzung nicht empfehlenswert. Besser: iPhone am Computer anschliessen, iTunes öffnen und das iPhone in der linken Spalte anwählen. Unter «Backups» wählen Sie «Dieser Computer» und klicken «Jetzt sichern». Falls etwas passiert, lässt sich die Sicherung via «Backup wiederherstellen» auf das iPhone zurückspielen.

Und Android: Google bietet für sein Betriebssystem keine eigene Backup-Software an. Als verständlicher Ersatz eignet sich «MyPhoneExplorer» . Installieren Sie neben der App die zugehörige PC-Software , wo Sie das Backup unter «Extras/Sicherung erstellen» starten. Der Befehl «Sicherung wiederherstellen» spielt ebendieses wieder zurück.

4. W-Lans meiden

Offene W-Lan-Hotspots sind eigentlich eine gute Sache. Aber theoretisch kann der Anbieter Surfaktivitäten nachvollziehen. Deshalb ungeschützte W-Lans meiden und ja kein E-Banking darüber erledigen.

5. Viren suchen

Android-Handys können sich beim Surfen im Netz mit einem Virus infizieren (iPhones sind besser dagegen geschützt). Es ist deshalb ratsam, einen Virenscanner zu laden.

So gehts für iPhones: Es gibt auch Virenscanner für iPhones, aber die sind nutzlos, so lange auf dem Telefon kein «Jailbreak»  durchgeführt wurde. Im Gegenteil schaden sie je nachdem der Akkulaufzeit und der Performance des Geräts.

Und Android: Da Google die Apps im Play Store nicht kontrolliert, können sich dort schädliche Apps einnisten. Es ist deshalb unbedingt ratsam, einen Virenscanner zu installieren, zum Beispiel «Antivirus & Mobile Security» von TrustGo. Darüber hinaus ist empfehlenswert, die Bewertungen anderer Nutzer zu studieren, bevor Sie die App kaufen oder laden.

6. Apps kontrollieren

Grösster Gefahrenherd für Smartphones sind Apps. Sie können Viren enthalten oder Handydaten ausspionieren. Nutzen Sie also nur offizielle Downloadquellen und prüfen Sie, worauf die Apps Zugriff erhalten.

So gehts für iPhones: Bei diesen Geräten ist weniger die App selbst das Problem, als vielmehr sogenannte In-App-Käufe, die für hohe Abrechnungen sorgen können. Um das zu verhindern, öffnen Sie «Einstellungen/Allgemein/Einschränkungen». Aktivieren Sie diese und definierne Sie einen vierstelligen Zahlencode.

Und Android: Google erlaubt die Installation von Apps aus unsicheren Quellen. Um das zu verhindern, muss unter «Einstellungen/Sicherheit» die Optionen «Unbekannte Quellen» deaktiviert bzw. «Apps überprüfen» aktiviert sein. Ausserdem zeigt Ihnen Google Play bei jedem Download, auf welche Informationen die Apps zugreifen. Verzichten Sie auf eine Installation, wenn diese zu viel von Ihnen wissen will.

Autor: Reto Vogt