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31. Dezember 2012

Smarte Brillen und biegsame Displays

Was dürfen wir im 2013 erwarten an digitalen Trends und neuen Gadgets? Ein Ausblick.

All-in-one-Brille
Innovationen, welche die digitale Welt verändern werden: Die All-in-one-Brille, präsentiert von Google-Mitbegründer Sergey Brin. (Bild: Reuters/Carlo Allegri)

Brille statt Smartphone: Auch wenn Smartphones und Tablets vorerst noch zu den wichtigsten digitalen Geräten gehören — smarte Brillen könnten die Touchscreen-Geräte dereinst ablösen. Google hat mit dem «Project Glass» bereits vernetzte Brillen vorgestellt, die mit Internetverbindung, GPS, Telefonfunktion, Kamera, Sprachsteuerung und vielem mehr ausgerüstet sind. Auch Microsoft hat bereits Patente für eine ähnliche Brille eingereicht. Entwickler können die Google-Brille zum Preis von 1500 Dollar vorbestellen, für Normalbürger dürfte sie 2014 erhältlich sein.

Eine aktuelle Innovation im Mobilfunk wurde Ende 2012 lanciert: Das schnelle Mobilfunknetz der vierten Generation (LTE). Neue Geräte, die mit diesem Standard umgehen können, gibt es erst wenige. Doch während des nächsten Jahres kommen laufend neue LTE-Handys und -Tablets hinzu — spätestens, wenn auch Sunrise und Orange LTE einführen werden. Eine andere neue Smartphone-Funktion: Das Bezahlen per NFC-Technik (Near Field Communication). Mit NFC können Daten über wenige Zentimeter kabellos ausgetauscht werden. So wird es möglich, dass man per Handy zum Beispiel im Supermarkt an der Kasse bezahlen kann. Die Migros beginnt 2013 mit der Einführung von NFC-fähigen Kartenterminals.

Das biegsame Display. (Bild: zVg.)
Das biegsame Display. (Bild: zVg.)

Als Vorschau für Multimedia-Neuheiten bietet sich die jährlich im Januar stattfindende Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas an: Dort werden viele Produkte vorgestellt, die im Verlauf des Jahres eingeführt werden. Beispielsweise sollen zum ersten Mal Geräte mit biegsamen Displays zu sehen sein. Apple wird an der Tech-Messe wie immer nicht teilnehmen. Dennoch sind einige Apple-Neuheiten zu erwarten: Neben einem iPhone 5S, dem iPad 5 und dem MacBook Air mit Retina-Bildschirm (hohe Pixeldichte) soll angeblich ein neuer Radio-Service namens iRadio kommen. Und vielleicht wird Apple, wie gerüchteweise zu hören ist, bald einen eigenen Fernseher vorstellen. Doch auch ohne «iTV» tut sich in der Fernsehwelt einiges: 2013 werden die ultraflachen OLED-TVs für Furore sorgen. Und: Praktisch alle neuen Fernseher lassen sich 2013 mit dem Internet verbinden, die Bildschirmauflösung steigt auf vierfache, ja sogar achtfache Full-HD-Auflösung.

Auch die Sprachsteuerung wird weiterentwickelt und auf mehr Geräten angewandt. Zwar überzeugen die bisherigen Anwendungen noch nicht, dennoch ist viel von dieser Technik zu erwarten: Auch die smarten Brillen oder gar Autos sollen per Sprache bedient werden können. Entsprechende Prototypen gibt es bereits.

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Ein eindrücklicher Film, wie sich Google das Leben mit der smarten Brille («Project Glass») vorstellt, auf Youtube

Als weiterer Trend für 2013 zeigt sich, dass die Vernetzung nicht nur bei den Unterhaltungselektronik- und Haushaltgeräten schnell voranschreitet, sondern auch auf andere Bereiche übergreift. So werden künftig immer mehr die Haustechnik und sogar das Auto in die Vernetzung miteinbezogen. Dass Internet- und Multimedia-Anwendungen im Auto wichtiger werden, zeigt sich schon daran, dass sich noch nie so viele Autohersteller für die Consumer Electronics Show in Las Vegas angemeldet haben wie für 2013.

Auch bei den Tablet-PCs ist im neuen Jahr viel zu erwarten. Neben einem möglichen iPad 5 und weiteren Samsung-Modellen soll auch Microsoft drei neue Surface-Modelle in Planung haben. Darunter ein Riesen-Tablet mit 14,6-Zoll-Display. Microsofts aktuelles Surface-Tablet wird in der Schweiz bisher nicht offiziell vertrieben.

Auch mit Verlusten ist 2013 zu rechnen: Die CD bzw. DVD scheint langsam aber sicher aus der Computerwelt zu verschwinden. Nachdem bereits 2012 bei den kleinen, flachen Laptops (die Ultrabooks) auf ein DVD-Laufwerk verzichtet wurde, kommt nun mit dem neuen iMac der erste Desktop-Computer, der kein eigenes DVD-Laufwerk mehr besitzt. Der Grund: Immer mehr Softwares, Filme und Games werden aus dem Internet bezogen statt per Silberscheibe geladen.

Autor: Felix Raymann