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08. Dezember 2014

Vom Albristhorn über den Niwen bis zum Wildhuser Schafberg

Von leicht bis mittelschwer: migrosmagazin.ch verrät zur Reportage mit dem Jungfraujoch («Im ewigen Eis») weitere Skitouren auf gut erreichbare Gipfel und Aussichtsberge in den Schweizer Alpen.

Aufstieg mit den Skis zu einer Krete
Es muss nicht immer ein markanter Gipfel sein: Aufstieg mit den Skis zum Sattel zwischen Girenstock und Säntis.

Das Albristhorn:Ganz in der Nähe – Dänk!
Vom Skigebiet Adelboden-Lenk aus lockt diese Route auf das über 2750 m.ü.M. gelegene Albristhorn. Bei genug Schnee krönt eine lange Abfahrt ins Färmeltal bis hinein nach Matten (1030 M.ü.M.) den Ausflug. Insider reden deshalb auch von einer 'ÖV-Tour'. 900 Höhenmeter aufsteigen muss man allerdings schon.
Ausgangspunkt ist der Hahnenmoospass noch auf Lenker Seite, fast der Piste entlang gehts nach Lavey und dem Laveygrat entlang zum Tierberg (2371), weiter mit einer Miniabfahrt Richtung nächster Sattel und die letzten Höhenmeter ohne Skis auf den Seewlehorn-Südgipfel und über den höchsten Punkt (2539) wieder 30 HM runter, wo die Skis wieder angeschnallt werden können. Den letzten markanten Hang zum Vorgipfel und dann zum Albristhorn selbst (2762) nimmt man am östlichen Rand in Angriff, zuletzt wieder mit angeschnallten Skis. Bergab bleibt man erst ein Stückchen auf der Südostflanke, dann auf dem Grat ostwärts, bevor der Spass mit der Nordhang-Abfahrt richtig losgeht. Zu den Details

Das Fulhorn: Zwischen Chur, Lenzerheide und Paspels/Tomils
Dank dem Brambrüescher Skigebiet und der Nähe zu Chur liefert das Fulhorn ohne spezielle Neuschnee- und Wetterlage mit Lawinengefahr den besten Einstieg für Skitour-Anfänger mit genug Übung auf zwei Brettern oder einem.
Einfach erreicht man während der Skisaison den höchsten Punkt des Skigebiets, das Furggabüel (2174 M.ü.M.). Von da führt eine leichte Abfahrt auf die Alp dil Plaun und ein mit rund 450 Höhenmetern überschaubaren und nie wirklich steilen Aufstieg zum Fulhorn. Hinunter gehts am besten etwas westlich an der Alp dil Plaun vorbei Richtung Samuh und schliesslich Domat/Ems. Zu den Details

Der Niwen:Geheimtipp an der Waadtländisch-Freiburgischen Grenze
Eine relativ kurze Strecke mit 'bloss' 560 Höhenmetern, allerdings im Aufstieg mit Stellen etwas über 30 Grad und gelegentlicher Triebschnee-Ansammlung sicher nichts für Anfänger ohne Begleitung. Die Abfahrt ist vergleichsweise leicht und gemütlich.
Am bequemsten fällt der Ausflug mit dem Start auf der Stafel Oberi Fäsilalpu (gut 2200 M.ü.M.), Richtung Osten zum Niwugrat Sattel und weiter westwärts mit auch mal gut 30 Grad Anstieg und /oder Triebschnee bis zum Niwen-Gipfel (2770). Abfahrtsvarianten gibts einige, unbedingt mit Wetterlage und ortskundigen Personen abklären. Zu den Details

La Riondaz:Wunderschöne, nicht zu hoch gelegene Tour in der Westschweiz
Ca. 900 Höhenmeter werden bei diesem bekannten Variantenberg in der Nähe von Leysin (Einstieg auch vom Skigebiet möglich) und eine Stunde von Düdingen entfernt abverlangt, für etwas erfahrene Abfahrer locken danach aber mehrere wunderschöne Falllinien-Couloirs mit Rinnen um die 40 Grad und praktisch 400 Höhenmetern am Stück.
Beim Café de Luan gehts den Spazierweg entlang Richtung Prafandaz rauf, dann über den Rücken und praktisch der Gratkante entlang zum La Riondaz-Gipfel (knapp unter 2000 M.ü.M.). Hinunter heissts den Hang unbedingt vor den ersten Felsbändern zu traversieren, schon bald kommt die Flanke mit den vier aufeinanderfolgenden Rinnen (relativ geschützt, oft im Wald und mitelsteil). Zu den Details

Der Erdisgulmen:Ideale Einsteiger-Tour ohne grosse Schwierigkeiten
Ein für Nichtansässige meist unbekanntes Berggebiet zwischen den Kantonen Glarus und St. Gallen ermöglicht dieser knapp 2300 Meter hohe Gipfel zu entdecken.
Von der Bergstation Maschgenchamm gehts mit einer hübschen Abfahrt zum Einstieg dann 500 Höhenmeter mit etlichen Kurven stets abwechslungsreich hoch zum Gipfel, das Ende über die Calanshütte nach Fursch ist ein Highlight. Hinunter gehts nur kurz denselben Weg zur Calanshütte, dann über Fursch und Panüöl und nach einer Gegensteigung zur malersichen Maschgenlücke endgültig hinab zur bekannten Tannenbodenalp. Zu den Details

Der Wildhuser Schafberg:Am Südwestende des Alpsteins
Eine eher anstrengende Tour mit praktisch 1300 Höhenmetern und je nach Schneelage ein bis zwei heiklen Passagen zwischen 1900 M.ü.M. und zuoberst (2373) auf den Hausberg von Wildhaus entschädigt mit einer Aussicht von der Zugspitze im (Nord-)Osten über den Monte Disgrazia (Süden) bis zur Jungfrau (Westen).
Traditionell gehts von der Strasse von Wildhaus nach Gamplüt auf ca. 1400 M.ü.M. los, erst lange Richtung Norden, zwischen einer markanten Feldfront und der Krete hindurch und dann noch etwas steiler in nordöstlicher Richtung zum Gipfel. Für die Begehbarkeit dieses Klassikers und sichere Abfahrtsrouten (meist entlang dem Aufstieg) gilt es sich noch mehr als gewöhnlich unbedingt vorab zu informieren oder einen ortskundigen Führer mitzunehmen. Zu den Details


Ausführliche Berichte von diesen und vielen weiteren Touren durch Bergführer und Skitouren-Fans finden Sie auf www.skitouren.ch

SKITOUREN AN DER GRENZE
Auf zwei Latten über die Schweizer Grenze: Ein paar Vorschläge zur Madrisa-Reportage im Migros-Magazin 2013 (Ausgabe 50)

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Autor: Reto Meisser

Fotograf: Thomas Senf