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04. August 2014

Sightseeing auf dem Wasser

Sich auf der Aare nach Bern treiben lassen, ist nicht die einzige Chance, bekannte Schweizer Orte von Gewässern aus zu besichtigen. Tipps für Schwimmer und Freunde von Fähren oder Schiffen und die Reportage vom Schlauchausflug nach Bern (rechts: «Eine Tour, die nicht schlaucht»). Und welches ist Ihre liebste Ortsansicht vom Wasser aus (unten)?

Fähre über den Basler Rhein
Die bequemste Stadtbesichtigung vom Wasser aus, und obendrein man bleibt trocken: Die St. Johann-Fähre über den Basler Rhein. (Bild Keystone)

DIE FÄHREN
An den folgenden Orten lernt man statt vom Auto, Zug, Tram oder Bus aus bereits dank einer kurzen Flussüberfahrt eine unbekannte Ansicht von bekannten Städten und geschichtsträchtigen Orten kennen:

Basel: Die Stadt am Rheinknie weist die spektakulärsten Fährenüberfahrten in der Schweiz auf.
Aus Sightseeing-Sicht am meisten Charme hat vermutlich die St. Johann-Fähre Ueli, mit der sich aus der Nähe das Münster und andere Zentrumsbauten betrachten lassen.
Eine ebenso attraktive Alternative bietet die noch bekanntere St. Alban-Fähre Wild Maa. Eher, um die Innenstadtals Ganzes aus etwas grösserer Distanz zu sehen. Die Münster-Fähre Leu rundet das Angebot ab.
Infos zu den Basler Fähren: www.faehri.ch

Eine spezielle Anreise auf die Insel Reichenau im Bodensee ermöglicht die solarbetriebene Fähre von Mannenbach aus. Mag man es in derselben Region städtischer und will bewusst die Grenze 'überschreiten', so ist die Fähre von Romanshorn TG nach Friedrichshafen (D) das Richtige. Vielleicht die einzige, die wirklich als Transportweg für viele Leute und wirtschaftlich grössere Bedeutung erlangt.

In der Rhone-Metropole Genf verkehren vier Fähren regelmässig. Empfehlen für hübsche Ansichten der Stadt-Skyline und des Westzipfels des Lac Léman können wir die beiden Verbindungen von Paquis ins Quartier Eaux-Vives und jene nach Genève-Plage (für Genfbesucher ohnehin ein lohnendes Ziel).

Sprechen wir von der Aare, so drängen sich vor allem zwei Tipps auf: Es gibt eine einzige Möglichkeit der direkten Flussüberquerung zwischen Solothurn und Grenchen: Von Leuzigen BE zum malerischen Altreu SO. Die hübsche fliegende Brücke mit viel Geschichte ist dank initiativen Liebhabern seit über fünfzehn Jahren wieder in Betrieb.
Wer möglichst nahe der Bundesstadt über die Aare setzen will, tut dies bei Muri mit der Bodenacker-Fähre, einem sympathisch einfachen Kahn.

FLUSSABWÄRTS SCHWIMMEN
Auf diesen Fliessgewässern kann das Ufer sommers in noch beschaulicherem Tempo betrachtet werden, weil man ohne grosse Anstrengung (in Flussrichtung) das Schwimmtempo mitbestimmen kann. Natürlich nennen wir hier keine verbotenen respektive gesperrten Flussabschnitte innerorts, dennoch gilt für fast alle Vorschläge, dass sie sich an erprobte Schwimmer richten und dass auf Wetter und Pegelstand unbedingt zu achten ist:

In Bern geniesst man die hübschesten Stadtansichten, wenn man beim Schwellenmätteli ins Wasser steigt und sich bis zum Freibad Lorraine treiben lässt (wo Bern-Unkundige gleich etwas verweilen sollten). Bei der etwas kürzeren Alternative Marzili wählt man den Einstieg Schönausteg und schwimmt bis zum anderen klassischen Freibad: Marzili. Infos mit Karte auf bern.com

Basel kennt vor allem zwei Flussbäder, in denen man etwas von der Stadt sieht – längere Schwimmstrecken rheinabwärts sind nicht erlaubt beziehungsweise gefährlich. In Sachen einzigartiger Bau und überzeugendes Gastroangebot obenaus schwimmt das Rheinbad (Rhybadisli) Breite mit seiner kleinen, aber unverkennbar mehrstöckigen Anlage. Alternativ lohnt sich das noch historischere St. Johann-Rheinbad ('Santihans'). Infos zu Basler Badis auf badi-info.ch

Anders als etwa in Bern ist das freie Schwimmen durch die Zürcher Limmat aufgrund von Strömung, Flussverzweigungen und Schifffahrt grundsätzlich verboten (abgesehen von speziellen Anlässen wie Limmat- oder Adventsschimmen). Die beiden klassischen Badeanlagen am Oberen und Unteren Letten gehören zu den schöneren und historisch durchaus bedeutenden, bloss eröffnen sie kaum Ausblicke auf Teile der Stadt. Dies schafft die Frauenbadi am Stadthausquai spielend, weniger die idyllischere, aber von Häuserzeilen eingeschlossene Männerbadi am Schanzengraben. Infos zu Zürcher Bädern auf badi-info.ch

BESICHTIGUNGSTOUR PER BOOT
An diesen grösseren Orten lohnt sich eine Stadtfahrt auf dem Fluss mit auswärtigen Besuchern. Auch Einheimische gewinnen der Touristensicht für einmal etwas ab:

Zürich: Vom Landesmuseum (idealer Einstieg) bis zum Bürkliplatz. Infos beim ZVV

Genf: Hier empfiehlt sich eine Croisère des Petits Ports, etwa von Genf (Quai No 5) über Belote, Bellerive, Bellevue und Le Reposoir bis zurück ins Zentrum.

Basel: Für Sightseeingsfahrten auf dem Rhein gibt es verschiedene kürzere und längere Varianten. Zur Übersicht auf der Visit-Basel-Site

IHRE LIEBSTE ORTSANSICHT VOM WASSER AUS?
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Autor: Reto Meisser