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06. Juni 2017

Sicher eingeloggt

Gute Passwörter sind kompliziert, aber schwer zu merken, simple Codes wiederum lassen sich leicht knacken. Einige Kniffe helfen aber, sicher im Netz zu surfen.

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Das Ziel: Möglichst sichere Passwörter, ohne sie zu vergessen oder stets aufschreiben zu müssen ...

Hallo», «passwort» und «123456»: Das sind die weltweit am häufigsten verwendeten Kennwörter: einfach zu merken – aber leider überhaupt nicht sicher.
Kein Wunder, werden viele Accounts gehackt. Manche Nutzer greifen zudem zu den immer gleichen Kennwörtern – für Datendiebe ein gefundenes Fressen.

Mit einigen Tricks kann man seine Identität schützen, ohne sich ein 20-stelliges Passwort mit Zahlen und Sonderzeichen merken zu müssen.

Eine sichere Eselsbrücke

Man muss sich nur eins merken: ein mindestens sechsstelliges zufälliges Passwort wie «qthlvm», das um einen Grossbuchstaben und eine Zahl ergänzt wird. Es kann sich etwa von der Website ableiten, auf der man das Kennwort eingeben muss; am einfachsten ist es, wenn man den ersten und letzten Buchstaben der jeweiligen Internetsite verwendet – bei Facebook demnach F und K. Den zweiten Buchstaben verwandelt man dann in eine Ziffer, das K etwa in eine 8 – sie ist optisch ähnlich. Das F und die 8 setzt man nun beim zufälligen Paswort an zweiter oder zweitletzter Stelle ein: Die Sicherheit ist deutlich höher, wenn die zusätzlichen Elemente nicht am Anfang oder Ende stehen. Unser Beispiel lautet also: «qFthlv8m».

Der Passwortmanager

Wem dies zu kompliziert ist, der greift zu einem Passwortmanager. Er kann nicht nur alle Passwörter speichern, sondern auch besonders sichere generieren. Dabei muss man sich nur das Masterpasswort merken. Es sollte natürlich möglichst sicher sein – also schön kompliziert. Passwortmanager füllen den Benutzernamen und den zugehörigen Code automatisch aus. Zu den gängigen Programmen zählen Lastpass, 1Password oder Google Smart Lock.
Der Nachteil ist, dass man seine Passwörter einem fremden Server anvertraut. Zwar sind die Daten verschlüsselt, ein Restrisiko bleibt jedoch bestehen.

Biometrische Passwörter

In Smartphones und Laptops sind häufig Fingerabdruck-, Iris- oder Gesichtsscanner integriert – sie ersetzen die Eingabe eines Codes. Fingerabdrücke und Augen sind zwar einzigartig, wird das biometrische Profil jedoch geklaut, kann man es nicht ändern und den Zugriff auf private Konten nicht sichern. Zudem sind die Sensoren auf Smartphones und Computern oft nicht besonders sicher. Noch ist also Vorsicht angebracht.

Ganz allgemein gilt: Geht es um die Onlinesicherheit, sollte man zum eigenen Schutz alle nötigen Vorkehrungen treffen. Denn Aufwand und Ertrag sind hier unbezahlbar.

Autor: Philipp Rüegg

Illustrationen: Supertotto 2Agenten