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15. Dezember 2014

Seat Leon ST 2.0 TDI 4Drive im Test

Als Kombi wird der Seat Leon zum Familienwagen. Familie Gamma aus Wassen testet die 4x4-Version. Wollen auch Sie ein Auto testen? Bewerben Sie sich jetzt!

Seat Leon Kombi
Mit 4x4 sicher im Herbstwetter unterwegs (von links): Giulia, Fabienne und Andreas Gamma mit dem neuen Seat Leon ST 4Drive in Surüti zwischen Wassen und Gurtnellen UR.

Für uns Bergler ist Allrad unverzichtbar», bringt es Andreas Gamma (31) auf den Punkt. Hier, in Wassen UR an der Rampe zu Gotthard- und Sustenpass, erschwert das einer dreiköpfigen Familie schon etwas die Autowahl. «Trotz 4x4 will ich ja kein Hausfrauenpanzer-SUV, das in keine Parklücke passt», sagt Fabienne Gamma (25) und verrät: «Aber nächsten Sommer sind wir zu viert und brauchen mehr Platz als im Suzuki Swift.» Daher soll sich ein Kombi zum Subaru Forester der Familie gesellen.

Stilvoll, aber praktisch: Im Seat Leon gibt es viel Ablageflächen
Stilvoll, aber praktisch: Im Seat Leon gibt es viel Ablageflächen.

Da kommt der Familientest also gerade recht. Ein Highlight des Seat Leon ist für Familie Gamma das coole Styling, das den Spanier von den Technikbrüdern Skoda Octavia und VW Golf abhebt. «Sehr elegant», urteilt die Familienfrau und Teilzeitangestellte. Die hübschere Dachlinie kostet zwar ein paar wenige Liter Laderaum. Andreas Gamma stört das nicht: «Von aussen kann man sich kaum vorstellen, dass er innen so enorm geräumig ist. Sogar hinten. Zudem bietet das feine Cockpit viele Ablagen.»

«Man kommt selbst am Berg zügig voran», lobt Fabienne Gamma den durchzugstarken 150-PS-Diesel. Schmunzelnd fügt ihr Gatte, von Beruf Maschinist, an: «Für einen Diesel läuft er sehr ruhig; dagegen klingen ältere Diesel wie Traktoren.» In der Testwoche benötigt Familie Gamma im Schnitt 6,2 Liter – angesichts der Urner Topografie wenig. Auch das Fahrgefühl stösst auf Gegenliebe. «Harmonische Federung, super Lenkung, sicher und spassig in Kurven», freut sich Fabienne Gamma.

Die Kritik hält sich in engen Grenzen. «Das Gepiepse der Parksensoren nervt mich eher, als dass es mir bei einem ohnehin leicht zu parkierenden Auto hilft», meint Fabienne Gamma, und Andreas Gamma ergänzt: «Vorn wäre mehr Höhe wünschenswert, das würde den Einstieg erleichtern.» Und was meint die dreijährige Giulia dazu? Ihr gefällt jedenfalls die Farbe. Wird der Allradler – den es inzwischen auch als Geländekombi namens X-Perience gibt – zum neuen Familienkombi? «Noch nicht», resümiert Fabienne Gamma: «Für uns kommt er erst als Occasion infrage. Schade eigentlich, denn er ist schnittig, seine Grösse ideal, und sein Preis-Leistungs-Verhältnis hätte uns voll überzeugt.»

CO₂-RICHTWERTE

Seat Leon ST 2.0 TDI 4Drive: Im Jahr 2015 sollen die Neuwagen in der Schweiz im Schnitt nur 130 g/km CO2 ausstossen und wohl 2021 nur noch 95 g/km. Geht man von einer kontinuierlichen Senkung vom letzten ermittelten Wert (2013: 145 g/km) bis 2015 aus, bedeutet das für 2014 einen Richtwert von 137 g/km. Der Testwagen liegt mit 124 g/km etwas tiefer.

Informationen zum Bewertungssystem

Neues CO2-Emissionsgesetz

Bis 2020 sollen die Schweizer CO2-Emissionen gegenüber 1990 um 20 Prozent sinken. Seit 1. Mai 2012 gilt in der Schweiz deshalb das revidierte CO2-Gesetz für neue Personenwagen. Angewendet wird es für alle neuen PW, die seit dem 1. Juli 2012 erstmals hierzulande immatrikuliert wurden. Im Jahr 2015 dürfen die neuen Personenwagen im Schnitt maximal 130 g/km an CO2 ausstossen, was einem Norm-Gesamtverbrauch von etwa 4,9 Liter Diesel bzw. rund 5,6 Liter Benzin pro 100 Kilometer entspricht. Für Gasantriebe gelten gesonderte Bestimmungen.

Überschreitung sanktioniert

Der Wert von 130 g/km CO2 wird stufenweise eingeführt. Im Jahr 2012 mussten ihn 65 Prozent der Neuwagen, 2013 müssen ihn 75 Prozent und im Jahr darauf 80 Prozent der neuen Personenwagen erfüllen. Erreicht ein Importeur den spezifisch für ihn anhand Zielwert und Gewicht errechneten Schnitt nicht, wird die Sanktionsabgabe fällig, zum Beispiel 142,5 Franken pro Gramm ab dem vierten Gramm (1 bis 3 Gramm sind vergünstigt).

Bewertung im Migros-Magazin

Die Bewertungsgrafik im Migros-Magazin geht zwecks anschaulicherer Einstufung der Fahrzeuge von einer kontinuierlichen Senkung aus. Die Grundlage dafür ist der letzte ermittelte CO2-Durchschnitt aller Neuwagen: 151 Gramm pro Kilometer im Jahr 2012. Sinkt der CO2-Ausstoss bis zum angestrebten Ziel von 130 Gramm pro Kilometer im Jahr 2015 kontinuierlich, ergeben sich daraus unsere Zielwerte – wie etwa aktuell 144 Gramm pro Kilometer für 2013. Anhand dieses Wertes werden die von uns vorgestellten Autos im Migros-Magazin beurteilt.

Autor: Timothy Pfannkuchen

Fotograf: Holger Salach