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07. Februar 2013

Dora Horvath

Für die 50-jährige Migros-Magazin-Redaktorin im Ressort «Shopping & Food» haben Fernsehserien wie Mad Men und The Sopranos Suchtpotenzial. Ihre Lieblings(anti)helden sind ihr fast schon lieb gewonnene Familienmitglieder geworden. Kollege Ralf Kaminski hat sie übrigens mit dem HBO-Virus infisziert.

«The Screensavers»
«The Screensavers» – weil das Leben zu kurz ist für schlechte Filme und Serien. (Illustration Melk Thalmann)

Kino/Serienhintergrund

SERIEN

Dora Horvath
Dora Horvath

Serien schaue ich schon seit Ewigkeiten. Angefangen in den 80er- und 90er-Jahren mit Familienserien wie Die Waltons, Die Schwarzwaldklinik (die Mutter aller Arztserien), Der Monaco Franze, Ich heirate eine Familie über Denver-Clan (wie wunderbar konnte doch Krystle «Ach, Blake...» hauchen) bis hin zur Lindenstrasse, die ich seit 25 Jahren jeden Sonntagabend schaue.
Zu den genialen Serien von HBO bin ich aber erst vor einem Jahr bekehrt worden. Mein erster Kino-Film übrigens, bei dem richtige Menschen aus Fleisch und Blut mitgespielt haben, war 1969 Pippi Langstrumpf. Seither hat mich Kino immer wieder verführt und mich während meines Geschichts- und Germanistikstudiums an der Uni Zürich etliche Vorlesungen sausen lassen.

FILME

Dora Horvath mit «Mad Men»-Figur Don Draper
Dora Horvath mit «Mad Men»-Figur Don Draper

Kino (als Ort) und Fernsehen sind in der letzten Zeit etwas zu kurz gekommen bei mir. Ich kucke fast nur noch DVDs und zwar bequem auf meinem Sofa auf meinem Mac Book Pro, auf langen Zugfahrten oder in den Ferien notfalls auch auf dem iPad oder sogar auf dem iPhone. Mein allerliebster Kollege und Mitblogger Michael West wird mir jetzt den Hals umdrehen und auch aus Hans Schneebergers Augen werden mich vernichtende Blitze treffen: Ja, auch auf dem iPhone kann man sehr angenehm Filme kucken und nicht nur irgendwelche kurzen Video-Podcasts! Das ist der Reiz des Kleinen. Von mir ausprobiert und für gut befunden diesen Sommer in Rumänien: Burn After Reading und The Adventures of Tintin. Sogar mit Untertiteln funktioniert es gut.
Ich kann nicht genug kriegen von / ich sehe immer wieder gerne
Zeige mir Deine DVD-Sammlung und ich sage Dir wer Du bist.
Bei mir findet man fast alle Filme der Coen Brothers (The Big Lebowski, Fargo, Burn after Reading und A Serious Man sind meine liebsten), eine Woody-Allen-Kollektion mit zwanzig älteren Filmen, eine Kurt Früh-Box mit den wunderbaren alten Schweizer Filmklassikern, ein paar Kostümfilme wie zum Beispiel Sofia Coppolas Marie Antoinette (für mich ist das definitiv viel mehr als ein Kostümfilm!) oder Dangerous Liasions, die DVD-Box von Claude Lanzmans Shoa, fast alle Filme von Andreas Dresen (mit dem würde ich gerne mal essen gehen), alte Stummfilme wie Menschen am Sonntag, Berlin – Sinfonie der Grossstadt oder dann Raritäten wie Freaks aus dem Jahr 1932. Bezaubert bin ich von Lotte Reinigers Scherenschnittfilmen ( www.lottereiniger.de ) und fasziniert von Marjane Satrapis Persepolis. Ich mag auch gut gemachte Polit-Thriller wie Der Baader-Meinhof-Komplex, Storm oder Frost Nixon.
Ein riesiges Regal ist bei mir besetzt mit DVDs von Opernaufführungen, vornehmlich Barock und ein beinahe ebenso grosses mit meinen Lieblingsserien: Mad Men, The Sopranos, The Wire, Six Feet Under, Downtown Abbey, Breaking Bad, Rome usw. Da ich erst kürzlich auf den HBO-Geschmack gekommen bin, bin ich am Abarbeiten. So viel sei aber gesagt: Mad Man und The Sopranos könnte ich hundert Mal schauen, ohne dass es mir langweilig wird. So vielschichtig und differenziert sind sie.
Jagen kann man mich
Lange und vollkommen vergebliche Überredungskünste braucht es bei mir für Horrorfilme, Science Fiction und Fantasy-Filme.
Ich bin kulturell grundsätzlich offen. Egal, ob Film, Buch, Oper oder Graphic Novel - es muss einfach gut gemacht sein. Verjagen lassen sollte man sich einfach von schlechter Qualität, weil man schlicht für dumm verkauft wird.
Was ich sonst noch sagen wollte
Inspirieren Sie mich! Ich lerne gerne etwas Neues kennen.

Autor: Dora Horvath

Fotograf: Ueli Christoffel