Archiv
01. Februar 2013

Philipp Jordan

Der Chef vom Dienst (38) des «Migros-Magazin» sucht als Filmjunkie den Kick im Exotischen, ist aber auch Trash oder einem kommerziellen Blockbuster nicht abgeneigt.

«The Screensavers»
«The Screensavers» – weil das Leben zu kurz ist für schlechte Filme und Serien! (Illustration Melk Thalmann)
Philipp Jordan
Philipp Jordan

Kino/Serienhintergrund
Langjähriger Filmjunkie, Studium der Filmwissenschaften an der Universität Zürich, Abschlussarbeit über den chinesischen Wuxia-Film (Martial Arts Film). Enttäuscht von der grossen Masse an Hollywood-Filmen, sucht er den Kick in exotischeren Gefilden. Dem Trash nicht abgeneigt. Schaut sich immer wieder gerne alte Meisterwerke an. Entzückt ist er von originellen Figuren, unvorhersehbaren Wendungen/Plots und ungewöhnlichen Settings. Doch der Mensch lebt nicht vom Kaviar allein. Und so hat auch der Chef vom Dienst zwischendurch wieder Lust auf einen richtig kommerziellen Blockbuster.
Ich kann nicht genug kriegen von/Ich sehe immer wieder gerne

SERIEN
Immer noch unerreicht findet er David Lynchs Achtzigerjahre-Serie Twin Peaks. Dank der dänischen Spital-Serie The Kingdom weiss er, dass Lars von Trier sogar lustig sein kann. Und seit er die britische BBC-Serie The Mighty Boosh kennt, ist er beruhigt ob der Tatsache, dass das Erbe der Monty Pythons würdig fortgeführt wird. Fasziniert und in einer Hast, die seinesgleichen sucht, hat er aber auch die HBO-Serien Deadwood, Boardwalk Empire, The Wire und Breaking Bad verschlungen. Und den drolligen Detektiv Monk anerkennt er als legitimen Nachfolger des genialen Inspektor Columbo.

FILME
Regisseure und Drehbuchautoren wie Wes Anderson/ Noah Baumbach (The Life Aquatic of Steve Zissou), Spike Jonze/Charlie Kaufman (Being John Malkovich, Adaptation) oder Michel Gondry (Eternal Sunshine of a Spotless Mind) haben ihn überzeugt, dass Hollywood in seltenen Fällen noch in der Lage ist, ihn zu begeistern. Grosser Fan von Buster Keaton, Laurel und Hardy, Jacques Tati, Blake Edwards und anderen Slapstick-Meistern. Die japanischen Trickfilme von Hayao Miyazaki verzaubern ihn mit ihrem Charme und Ideenreichtum. Ansonsten sucht er Zuflucht zu den Filmen grosser Regisseure aus aller Welt und allen Epochen (von Luis Bunuel über Billy Wilder oder Akira Kurosawa bis Fellini, Aki Kaurismäki und Wong Kar Wai).
Jagen kann man mich mit
Mit Fliessbandware nach Schema F, bierernsten Familiendramen und Filmen, die kaum eine Sekunde ohne Streichmusik auskommen.
Und was ich sonst noch sagen wollte
Ich lasse mich von Zeit zu Zeit auch gerne eines Besseren belehren.

Autor: Philipp Jordan

Fotograf: Ueli Christoffel