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07. September 2015

Schwirr ab!

Warum gleich zum Giftspray greifen? Ist doch gegen lästige Insekten wie Mücken, Wespen oder auch Ameisen so manch ein Kraut gewachsen.

Mit Brennnesseln gegen Blattläuse
Brennnesseln stinken der Blattlaus, als Unterpflanzung wie auch in Jaucheform. Dafür locken sie Schmetterlinge an. Und die sind willkommen!

Ssssss … Klatsch! Diese eine Mücke mag zwar Geschichte sein, der friedliche Abend bei Wein und Kerzenschein auf dem Balkon aber leider auch. Denn bereits erfüllt das nervtötende «Ssssss» weiterer anstürmender Plagegeister die Luft.

Kommt Ihnen diese Szene bekannt vor? Clevere Gärtner sorgen vor und bestücken ihren Sitzplatz mit Pflanzen, welche die Blutsauger nicht riechen mögen. Je grösser die Vielfalt dieser sogenannten Schutzpflanzen, desto höher die Chance auf ungestörte Mussestunden. Klassiker unter den Schutzpflanzen sind jene, die nach Zitrone duften, also Zitrusbäume wie Zitrone, Orange, Mandarine und Kumquat, aber auch Kräuter wie Zitronenmelisse, Zitronenthymian, Zitronengras oder Zitroneneisenkraut. Ebenfalls zu den Mückenvergraulern zählen Katzenminze, Eukalyptus, Wermut, Nelken diverse Duftpelargonien und die Weihrauchpflanze. Letztere mögen Motten übrigens auch nicht riechen, was ihr den Übernamen «Mottenkönig» eingebracht hat.
Weniger bekannt ist die abschreckende Wirkung von Tomatenstauden: Direkt vors Schlafzimmer gepflanzt, sorgen sie für einen ungestörten Schlaf. Das Gleiche gilt für Nussbäume, weshalb man vor alten Bauernhäusern oft einen grossen Wallnussbaum findet. Wird draussen gegessen, sind es meist Wespen, die nerven. Ähnlich den Mücken halten auch sie sich möglichst von Zitronenduft fern. Als Schutzpflanzen haben sich gegen die kleinen Raubinsekten weiter Basi­likum und Knoblauch bewährt.
Ätherisches und Mischkultur
Ameisen mögen beim Essen direkt zwar weniger lästig sein, bringen durch ihren Nestbau aber gern Terrassenplatten zum Wackeln. Die Wucherblume, die zur Familie der Margeriten gehört, hält die fleissigen Grabmeister fern. Ätherisches wie Lavendel, Thymian, Wacholder, Tausendgülden- und Zitronenkraut – gepflanzt oder auf der Ameisenstrasse ausgelegt – vergällt ihnen den Spass ebenfalls. Manche ­Gärtner schwören auch auf Kerbel.

Wo Ameisen, da sind Blattläuse nicht weit. Hier helfen Mischkulturen: Lavendel bei den Rosen, Bohnenkraut im Gemüsebeet und Kapuzinerkresse und Brennnesselstauden im Obstgarten. Ein altes Hausmittel ist die Brennnesseljauche. Doch Achtung: Diese stinkt nicht nur der Blattlaus, drum besser nicht direkt neben der Terrasse einsetzen!

Autor: Almut Berger