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27. Mai 2013

Schweizer Unis im Vergleich

In allen wichtigen Hochschulrankings landet die ETH Zürich ganz vorne – mit weitem Abstand auf andere Universitäten. Warum eigentlich?

ETH Zürich
ETH Zürich (Bild: ethz.ch)

In Europa gehört die ETH Zürich in jedem wichtigen Ranking zu den besten fünf Universitäten. Nennenswerte Konkurrenz ist höchstens die Technische Hochschule Lausanne – alle anderen Universitäten schaffen es in den wichtigen Ranglisten nicht mal unter die ersten 50. Die Website Universityrankings.ch zeigt die Ergebnisse von mehreren Hochschulranglisten und zeigt auf, wie gut jede Schweizer Uni im europäischen und weltweiten Vergleich ist.

Höher ist besser als schöner

Raymond Werlen, Generalsekretär der Rektorenkonferenz von Schweizer Universitäten
Raymond Werlen, Generalsekretär der Rektorenkonferenz von Schweizer Universitäten (Bild: euresearch.ch)

«Die Rankings sind komplex», sagt Raymond Werlen, Generalsekretär der Rektorenkonferenz von Schweizer Universitäten (CRUS/Bild links). Es stimme zwar, dass die ETH Zürich besser abschneide, als die anderen Unis. Aber diese seien deswegen nicht schlecht, nur weil sie nicht in den besten 20 rangierten. «Schliesslich gibts über 17’000 Hochschulen weltweit.» Werlen ist darüber hinaus der Meinung, dass die Rankings nicht die Realität abbilden. Die verwendeten Indikatoren – «von denen wir hoffen, dass sie stimmen» – bewerten meist nur einen Aspekt einer Universität. Beispielsweise würden Forschungstätigkeiten in den exakten Naturwissenschaften höher gewichtet, während Geistes- und Sozialwissenschaften überhaupt nicht beachtet würden, sagt Werlen.

Eine Universität hat eine Strategie. Sie verfolgt Ziele. «Dazu zählt gewiss nicht, eine bestimmte Position in einem Ranking einzunehmen», da diese die Wahrheit zu stark vereinfachten. Schliesslich bedeute eine gute Forschung nicht automatisch, dass eine Hochschule ebenfalls eine gute Lehre anbiete und Kapazitäten im Bereich Jurisprudenz nicht automatisch Vorteile in der Medizin bringen. Raymond Werlen veranschaulicht: Die Höhe der Schweizer Berge lässt sich ganz einfach vergleichen. Man muss nur exakt messen. Aber um zu beurteilen, welcher sich fürs Wandern, das Klettern oder die Viehzucht am besten eignet, müssen weitere Aspekte hinzugezogen werden. «Höher ist besser als schöner» stimme nicht. Weder bei den Bergen noch bei den Unis.

Wer darf vergleichen?

Sind deswegen Vergleiche von Universitäten sinnlos? Werlen verneint. Er will auch nicht sagen, dass die Rankings per se falsch sind. «Es gibt bis heute nur kein Instrument, das einen exakten Vergleich ermöglicht.» Das soll sich ändern. Ein neues System namens U-Multirank bewertet die Universitäten in fünf Kategorien, zum Beispiel Renommee, Qualität der Lehre und internationale Ausrichtung. Im Unterschied zu den anderen Rankings sollen aus den Ergebnissen nicht eine einzige Rangliste erstellt werden. Ziel ist es, die Hochschulen in verschiedene Gruppen einzuteilen und für die angehenden Studierenden ein auf ihre Interessen bezogenes Ranking zu generieren. Verglichen werden nur vergleichbare Universitäten. Das ist aber noch Zukunftsmusik. Erste Ergebnisse werden für Anfang 2014 erwartet.

Heute steht die ETH Zürich immer noch besser da als alle anderen Hochschulen. Sie erfüllt die in den Rankings angewandten Kriterien am besten.

Autor: Reto Vogt