Archiv
25. März 2013

Schweizer Jazzexporte

Von der Tradition über Experimente bis zu neuen Trends: Diese eidgenössischen Jazz-Musiker reüssieren im Ausland.

Greg Manning ist der Schweizer Vorzeigemusiker im Bereich des Smooth. Auf anderen Gebieten der Jazzmusik gibt es schon länger bekannte eidgenössische Exporthits. migrosmagazin.ch stellt ein paar mit typischen Werken zum Reinhören und Bestellen auf exlibris.ch vor:

AUF KLASSISCHEN INSTRUMENTEN
Irène Schweizer: Sie ist eine international weitherum anerkannte und eine der vielseitigsten Pianistinnen des Jazz. Klassische Linien, spielerische Variationen und auch ergiebige Ausflüge in die Improvisation meistert sie ohne Probleme. Speziell ist ihre Balance zwischen melodischem Einfallsreichtum und rhythmischen Finessen, einzigartig das Interplay mit Partner(innen) im Duett, Trio oder Quartett.
Zum Einsteigen: Many and One Direction (Ende 2012)

TONTÜFTLER
Pierre Favre: Er ist einer der europäischen Doyens der Perkussion. Problemlos schafft er ein spannendes Solo zwischen Kraft, Eleganz oder fein strukturierten Klangtüfteleien. Das macht ihn zwischen den Ursprüngen des Jazz und Neuerungen des Free Jazz zu einem der beliebtesten Begleiter und einem eher unspektakulären, aber ungemein spannenden Solisten.
Zum Einsteigen: Fleuve (Pierre Favre Ensemble, 2011)

BLUESGRÖSSEN
Philipp Fankhauser: Der zuletzt als Juror von «Voice of Switzerland» im Rampenlicht stehende Fankhauser schaffte es allein und in verschiedenen Ensembles wiederholt, seine Ursprünge des klassischen Blues bis hin zum Pop und anderen gefragen Mainstream-Stilen auszuweiten.
Zum Einsteigen: Die CD zum letzten Montreux-Auftritt (Mitte März 2013)

TRADITIONALISTEN
Christoph Irniger: Auch junge Schweizer Jazzmusiker erobern vereinzelt die internationale Bühne, allerdings können sie wie der auch an der Musikschule Konservatorium Zürich unterrichtende Irniger zumeist noch nicht allein von Auftritten (und Tonträgern) leben. Der Tenorsaxofonist (im April Artist in Residence am Zürcher Moods) ist bestens in den Jazztraditionen ab John Coltrane geschult und dennoch auch experimentierfreudig, wie die hier verlinkte CD-Produktion mit Hörbeispielen beweist.
Zum Einsteigen: Mt. Tongariro (Ende 2011)

DIE EXPERIMENTELLEN
Hans Koch: Der Bieler Saxofonist (und Klarinettist) ist zwischen ganz kleinen und grossen Formationen zu Hause und brilliert als Hansdampf in allen Gassen seit Jahrzehnten mit mal zupackenden Arrangements oder mal rein auf Improvisationstechnik beruhenden Treffen mit internationalen Grössen der Free-Jazz-Szene. Am längsten eingespielt ist jedoch sein inner-schweizerisches Trio mit dem Luzerner Schlagzeuger Fredy Studer und dem Cellisten Martin Schütz.
Zum Einsteigen: Hardcore Chambermusic (2012)

ETHNOGRAFEN
Co Streiff: Die international schon lange renommierte Flötistin und Saxofonistin Streiff schaffte schon lange den Spagat zwischen Jazztraditionen und den vielfältigen Formen der afrikanischen Volksmusik. Zu letzteren baute sie vielen Europäern und Amerikanern mit ihrem Schaffen im Sextett eine Brücke.
Zum Einsteigen: Loops, Holes and Angels (2012)

Autor: Reto Meisser