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06. März 2017

Schweizer Immobilienfonds und -aktien als gute Alternative zu Obligationen

Diesmal ist mit Thomas Kaufmann der Fondsmanager für Aktion und Immobilien unser Ratgeber. Für ihn bleiben Schweizer Immobilienfonds und -aktien eine gute Alternative zu Obligationen. In den letzten Jahren die bessere (siehe Grafik oben) - allerdings bietet die historische Performance keine Garantien für die künftige Entwicklung.

Schweizer Immobilienfonds und -aktien als gute Alternative zu Obligationen
Zinsen runter, Immobilienpreise rauf: Der Zinsrückgang der letzten Jahre (gemessen an der Bundesobligationen-Rendite) erhöhte die Liegenschaftspreise und damit auch die Kurse von Immobilienfonds und -aktien. Deren Anleger fuhren weit besser als Besitzer von Obligationen. (Daten: SIX, Migros Bank)

Schweizer Immobilienfonds und -aktien sorgten in den vergangenen Jahren regelmässig für beste Stimmung in den Depots von Anlegern. Die obige Grafik zeigt eindrücklich: Wer in den vergangenen drei Jahren Immobilienfonds oder -aktien besass, konnte sich über einen schönen Wertzuwachs freuen. Allein 2016 konnten die an der Schweizer Börse kotierten Immobiliengefässe im Durchschnitt um satte sieben Prozent zulegen.

Auch bei den Obligationen haben die Preise aufgrund des gesunkenen Zinsniveaus kontinuierlich zugelegt. Dieser Preisanstieg drückt jedoch stark auf die Rendite. Bei Obligationen liegt sie – nicht zuletzt auch infolge der Einführung der Negativzinsen – heute meist im negativen Bereich. Das heisst: Wer diese Papiere bis zum Laufzeitende hält, macht letzten Endes, selbst unter Berücksichtigung der Zinsen, ein Verlustgeschäft. Investitionen in Schweizer Obligationen sind damit für Privatinvestoren unattraktiv geworden.

Bei den Immobilienfonds und -aktien beträgt die Ausschüttungsrendite dagegen nach wie vor knapp drei Prozent. Grund dafür ist, dass diese Rendite bei Immobilien von den Mieteinnahmen abhängt und nur indirekt von der Zinsentwicklung tangiert wird. Sollten die Zinsen in Zukunft wieder moderat steigen, kommt es sowohl bei Obligationen als auch bei Immobilienfonds und -aktien zu Kursverlusten. Die höheren Ausschüttungsrenditen werden bei Immobilienprodukten die Kursverluste jedoch teilweise aufwiegen. Da die Mietverträge meist langfristig abgeschlossen wurden, dürften diese Renditen im ersten Moment sogar wieder ansteigen.

Die Differenz von drei Prozent bei der Ausschüttungsrendite gegenüber der negativen Verfallsrendite vieler Obligationen ist beachtlich. Sollte sich die Zinssituation in naher Zukunft nicht drastisch verändern und die Schweiz als Wirtschafts- und Lebensstandort weiterhin so attraktiv bleiben, spricht nichts dagegen, dass Immobilienfonds und -aktien auch weiterhin deutlich attraktiver bleiben als Obligationen.

Autor: Thomas Kaufmann