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02. September 2013

Schweizer fürchten dasselbe wie Chinesen

Eine weltweit durchgeführte Studie des Schweizer Rückversicherungskonzerns Swiss Re hat Ängste und Zukunftsvisionen bei 22’000 Menschen ab 15 Jahren abgefragt. Die Ergebnisse sind auf allen Kontinenten erstaunlich ähnlich.

Knappe Lebensmittel, Naturkatastrophen, genügend Strom oder die Altersvorsorge: Der Rückversicherungskonzern Swiss Re wollte wissen, wie die Menschen in 19 verschiedenen Ländern die Probleme dieser Welt heute und morgen erleben und beurteilen.

54 Fragen stellte Swiss Re an fast 22’000 Menschen ab 15 Jahren aus 19 Ländern. Die Resultate lassen sich grafisch hübsch aufbereitet auf der Website des Rückversicherers einzeln abfragen. So lassen sich Rückschlüsse auf jedes einzelne Land und vier verschiedene Altersgruppen ziehen oder vergleichende Statistiken abfragen.

Die Schweiz verglichen mit der Welt

Die Sorgen in der Schweiz und im Rest der Welt unterscheiden sich (Bild: Swiss Re).

Bei vielen Fragen decken sich die Ansichten in der Schweiz mit dem Durchschnitt aller Teilnehmenden. Allerdings schätzen wir hierzulande die bedrohlichen Risiken anders ein als die Weltbevölkerung: Während sich fast die Hälfte aller Menschen auf dem Globus um die Wirtschaft sorgt, ist das nur für 29 Prozent aller Schweizerinnen und Schweizer ein Gedanke wert. Dagegen fürchten wir uns stärker vor dem Klimawandel, der Luftverschmutzung, vor Natur- und Nuklearkatastrophen als der Rest der Welt.

Eine ähnliche Erwartungshaltung herrscht dagegen wieder beim Pensionsalter: 22,3 Prozent der Weltbevölkerung und 28,7 Prozent aller Schweizer erwarten den Ruhestand zwischen ihrem 60. und 64. Lebensjahr. Mit einer Pensionierung zwischen 65 und 69 Jahren rechnen 31,6 Prozent der Schweizer und 25 Prozent der globalen Bevölkerung. Jeder Zehnte glaubt, länger als 70 Jahre arbeiten zu müssen.

Erstaunliche Übereinstimmungen

Die weltweiten Ansichten zur Bezahlung von erneuerbarer Energie decken sich
Die weltweiten Ansichten zur Bezahlung von erneuerbarer Energie decken sich (Bild: Swiss Re).

Über alle 19 Länder hinweg zeigen sich trotz der kulturellen Unterschiede erstaunliche Parallelen: Beispielsweise antworten alle Teilnehmenden auf die Frage, ob sie schon für die Zeit im Ruhestand sparen oder noch sparen möchten, sehr ähnlich. Auch die Frage, wie viel erneuerbare Energie zusätzlich kosten darf, einigt die Welt: Die grosse Mehrheit ist bereit, höchstens fünf Prozent Mehrkosten auf sich zu nehmen. Maximal 43 Prozent würden bis zu zehn Prozent zahlen. Je mehr erneuerbare Energie kostet, umso stärker nimmt die Zustimmung dafür ab – und zwar unabhängig davon, ob Einwohner eines armen oder reichen Landes gefragt werden.

Die obigen Vergleiche sind nur exemplarisch dafür, wie ähnlich Menschen auf dieser Welt ticken. Weitere interessante Fakten aus der Schweiz und aller Welt sind:

- Knapp die Hälfte aller Schweizer würde einen höheren Beitrag in ihre Pensionskasse oder andere Anlagen einzahlen, um im Ruhestand finanziell abgesichert zu bleiben. Nur 14 Prozent würden dagegen länger arbeiten.
- 64 Prozent der Schweizer fühlen sich von staatlicher Seite her gut vorbereitet für Naturkatastrophen – eine derart hohe Zuversicht findet sich sonst nur in Singapur.
- Fast 80 Prozent der Befragten weltweit befürchten, dass sie in den nächsten 20 Jahren von Schäden durch Erdbeben, Überschwemmungen oder anderen Naturkatastrophen betroffen sein würden.
- Genauso viele Menschen finden, dass Verschwendung die Hauptursache für Lebensmittelknappheit ist. Zwei Drittel geben an, dass die Knappheit in ihrem Land auf die hohen Preise zurückzuführen ist.

Welche Aspekte aus der Studie der Schweizer Rückversicherungsgesellschaft Swiss Re finden Sie interessant? Mit wenigen Mausklicken lassen sich die Ergebnisse auf der Website des Konzerns zusammenstellen . So zeigt sich beispielsweise, dass Schweizer in allen Altersgruppen genau wie Chinesen am meisten Angst vor Klimawandel und Luftverschmutzung haben .

Autor: Reto Vogt