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23. Januar 2012

Die Schweizer Designklassiker

Die Freitag-Tasche ist bei weitem nicht der einzige durchschlagende eidgenössische Erfolg in Sachen Produktdesign. Bloss einer der letzten. migrosmagazin.ch verrät die wichtigsten Vorgänger, die es zum Teil bis ins MoMA-Museum schafften.

Einige Designklassiker sind aus unserem, oft aber auch dem europäischen oder gar weltumspannenden Alltag nicht mehr wegzudenken:

Der Sparschäler «Rex», mit dem überall Kartoffeln oder Karotten zu Leibe gerückt wird. Er stammt vom Davoser Alfred Neweczerzal, wurde kurz nach dem Krieg entwickelt und 1948 für die Firma Zena patentiert. Auch nach weit über 60 Jahren gewinnt er noch manchen Praxistest gegen moderne Konkurrenten.
www.zena-swiss.com/de

Der Papiersammler von Willi Glaeser, aus verchromtem Stahl, ist mit dem Geburtsjahr 1989 nur unwesentlich älter als die Freitag-Tasche. Schon weit über eine halbe Million der einfach-edlen Form wurde bisher von der Firma Thomas Merlo & Partner verkauft. Sein Trumpf ist, dass er seinen ganzen Inhalt sofort preisgibt und nicht wie ein Behälter wegschlisst, aber dennoch jederzeit das leichte Bilden und Binden von Beigen erlaubt. Erhältlich zum Beispiel bei www.ikarus.de

Der Landi-Stuhl mit den markanten Löchern aus gehärtetem Aluminium von Hans Coray. Das Möbelstück wurde für die Landesausstellung 1939 in Zürich entwickelt, erwies sich aber noch Jahrzehnte danach dank Wetterfestigkeit, geringes Gewicht und Stapelbarkeit als einer der paar wenigen Freiluftstühle mit den höchsten Verkaufszahlen. www.landistuhl.com

Der Wäschetrockner Stewi, eine Entwicklung des Winterthurers Walter Steiner. Steiner gründete seine Firma ebenfalls fast unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg (1947). Bis zu Auszeichnungen an Mustermessen und weit in die 50er- bis Anfang der 60er-Jahre musste Steiner warten, um schweizweit, aber auch gleich international den grossen Durchbruch feiern zu können. Nebenbei erfand der erst 2009 mit 88 Jahren Gestorbene kombinierte Geräte mit Dosen- und Flaschenöffner ('Party-Jack'). www.stewi.ch

Die Sigg-Feldflasche aus Aluminimum, weiltweit unter dem Begriff 'The Sigg-Bottle' bekannt, reist seit über 100 Jahren (Firmengründung und erstes Produkt 1908) unverwüstlich um die Welt. Durchaus zeitgemäss steht sie für lebenslangen Gebrauch und schlug im grossen Ökotest 2011 nicht nur die Wegwerf- Behälter von Alu bis PET in Sachen ökologischer Verträglichkeit problemlos. www.sigg.com

Die Le Corbusier-Liege oder französisch Chaise longue, abgekürzt LC4, ist bis heute einer der grössten Möbeldesign-Hits. Ihr Gestell ist aus Chrom gefertigt und entweder mit Kuhfell oder Leder bespannt. Der grosse Architekt und Designer Charles-Edouard Jeanneret-Gris landete aber noch weitere Grosserfolge im Möbelbereich.

Im Möbeldesign sorgten weitere Schweizer für Furore:

Der Loop Chair aus Eternit von Willy Guhl
Die Altorfer-Liege von Embru (mit Schnurgebilden bespannt)
Das Alu-Gestell-System von Andreas Christen (neuer, für Lehni)
Die Baltensweiler-Stehlampe (Typ 600)
Der Stuhl 1-250 von Werner Max Moser für Horgenglarus
Der farbige Stahl-Gartentisch mit den im selben Stil lackierten Stühlen von Alinea
Die verzinkten Errex-Lagerregale

Schweizer Designer und andere Künstler, die es in die Sammlung oder zu einem Eintrag am renommierten Museum of Modern Art (MoMA) brachten.

Autor: Reto Meisser