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16. November 2015

Schwangerschaftsdiabetes: Folgeschäden verhindern

Schwanger und ein paar Kilos zu viel? Da könnte eine Schwangerschaftsdiabetes dahinterstecken. Blutzuckerkontrollen, ausgewogene Ernährung und Bewegung verhindern Folgeschäden bei Mutter und Kind.

Schwangerschaftsdiabetes
Auch in der Schwangerschaft gilt es, auf die Pfunde zu achten – sich selbst und dem Kind zuliebe. (Bild: Deyan Georgiev/Westend61/Getty Images)

Die häufigsten Risikofaktoren, die zu einem Schwangerschaftsdiabetes führen können, sind das Alter (über 35 Jahre), Übergewicht (BMI über 27), familiäre Diabetesbelastung, Diabetes in vorangegangener Schwangerschaft, die ethnische Herkunft (Balkan, Südosteuropa, Asien, Afrika) oder eine Hormontherapie.

Heutzutage wird bei allen Frauen in der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche der «Zuckerwasser-Test» durchgeführt. Der Test wird nüchtern am Morgen in der Arztpraxis durchgeführt. Dabei wird der Blutzucker durch die venöse Blutentnahme in der Ellenbeuge gemessen, anschliessend die Zuckerlösung getrunken und der Blutzucker nach einer und nach zwei Stunden erneut bestimmt.

Ist die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes gestellt, ist es wichtig, den Blutzucker in den Zielbereich zu senken, um die Risiken für Mutter und Kind zu minimieren. So kann bei der Schwangeren eine zu starke Gewichtszunahme gebremst und das Risiko zum Beispiel einer Schwangerschaftsvergiftung (Präklampsie) gesenkt werden. Auch die Risiken für das Kind (u. a. Frühgeburt, Geburtsgewicht über vier Kilogramm, Unterzuckerung nach der Geburt, unreife Lungen) werden so reduziert.

Starke Schwankungen vermeiden

Meistens kann der Blutzucker durch regelmässige Bewegung und eine Ernährungsumstellung unter Kontrolle gebracht werden. Im Vordergrund steht dabei eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit drei Hauptmahlzeiten. Es soll auf Zwischenmahlzeiten mit schnell verfügbaren Kohlenhydraten (Süssgetränke, Fruchtsäfte, Smoothies, Kuchen, Schoggi etc.) verzichtet werden – schon dadurch können starke Blutzuckerschwankungen effizient reduziert werden.

Damit die Instruktion zur Selbstmessung des Blutzuckers und die Ernährungsumstellung im Alltag gelingen, empfiehlt sich der sofortige Beizug eines Diabetologen, der gemeinsam mit dem Gynäkologen die betroffene Frau betreut.

Reichen diese Massnahmen nicht aus, wird eine Insulintherapie begonnen. Blutzuckersenkende Tabletten (orale Antidiabetika) dürfen wegen möglicher Nebenwirkungen für das Kind nicht eingenommen werden.

Nach der Geburt sollte die Mutter das gesunde Ernährungs- und Bewegungsverhalten fortführen. Denn das Risiko für Betroffene, einen Diabetes (meist Typ 2) innert 10 bis 15 Jahren nach der Schwangerschaft zu entwickeln, liegt bei 30 bis 50 Prozent.

Autor: Margarete Maier-Wölfle