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19. März 2012

Schon wieder Rüeblibrei?

Eine neue amerikanische Studie überrascht: Babys verstehen viel mehr, als wir bisher angenommen haben.

Schon wieder Rüeblibrei?
Schon Säuglinge hören genau hin - und verstehen den Sinn vieler Wörter. (Bild: Getty Images/Cam Barker)

Wer seinem Baby immer noch mit «mäm-mäm» oder «tu-tu» kommt, muss vielleicht umlernen. Denn eine Studie mit sechs bis neun Monate alten Säuglingen an der US-Universität in Pennsylvania brachte Erstaunliches an den Tag: Babys verstehen Worte und können die mit ihnen benannten Gegenstände auf Bildern auch erkennen.

Die US-Psychologen zeigten den Babys Bilder, während ein Elternteil einen der abgebildeten Gegenstände in Sätzen wie «Sieh auf den Apfel» oder «Zeig mir die Nase» benannte. Tatsächlich lenkten die Kinder ihre Blicke mehrheitlich auf das benannte Motiv. «Es ist bekannt, dass Kinder bereits im Alter von viereinhalb Monaten den eigenen Namen erkennen und im Alter von sechs Monaten vertraute Namen wie Mama und Papa verstehen», sagt Karin Keller (35), wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung für Entwicklungs- und Persönlichkeitspsychologie an der Uni Basel. Doch das Erlernen der Sprache innerhalb der ersten Lebensjahre bleibt eines der grössten Rätsel der menschlichen Entwicklung. Die neue US-Studie beleuchtet ein Element dieses äusserst komplexen und vielschichtigen Sprachentwicklungsprozesses. Für Karin Keller ist deshalb klar, dass wir im Gespräch mit Babys achtsamer sein müssen: «Denn noch bevor die Babys die einzelnen Wörter einer Botschaft verstehen, nehmen sie den emotionalen Gehalt dieser Botschaft wahr.»

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Die Umfrage: Nervt es Sie, wenn Eltern mit ihren Kindern in der Babysprache reden?

Autor: Thomas Vogel