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23. März 2015

Schnüffler vom Dienst

«Stereo» riechen und bis zu 300 Mal pro Minute einatmen: Was Hunde zu besonderen Spürnasen macht – mit Videobeispielen zu ihren spektakulärsten Einsatzgebieten. Dazu das Porträt von Sandra Plattner und ihren drei Spürhunden («Suech Chäfer, suech!»).

Caniden sind mit einem ganz besonderen Riecher gesegnet: Rund 200 Millionen Geruchssinneszellen sitzen in einer typischen Hundenase – beim Menschen sind es 5 Millionen. Das eigentliche Riechorgan ist die Nasenschleimhaut: Diese umfasst auseinandergefaltet beim Hund eine Fläche von rund 7000 Quadratmetern, was in etwa einem Fussballfeld entspricht. Beim Menschen ist es lediglich ein Quadratmeter. Die vierpfotigen Schnüffler riechen denn auch rund eine Million Mal mehr als wir.

Ein weiterer Vorteil der Hundenase ist, dass sie «stereo» riechen kann, der Hund atmet mit dem rechten und linken Nasenloch separat ein und aus. Das befähigt ihn, verschiedene Gerüche auf einmal wahrzunehmen, aber auch die Richtung einer Spur zu beurteilen. Um ständig über die aktuelle Duftsituation aufdatiert zu sein, atmen Spürhunde bei der Arbeit bis zu 300 Mal pro Minute ein. Entsprechend rasch trocknen ihre Schleimhäute aus – Nasenarbeit macht durstig!

Besonders hilfreich für die Spürarbeit ist die Tatsache, dass der Hund ein Duftgemisch selektiv wahrnimmt: Er kann Teilkomponenten analysieren, diese Duftinformationen im Gedächtnis speichern und später wieder abrufen. Ob Sprengstoff, Drogen, vermisste Personen, Banknoten oder auch Trüffel – die Einsatzmöglichkeiten sind dementsprechend zahlreich.

Auch gesundheitlich eingeschränkten Menschen helfen Hunde mit ihrem Riecher: Ausgebildete Assistenzhunde nehmen bei Epileptikern beispielsweise einen möglichen Anfall schon wahr, bevor er stattfindet. Andere Hunde erschnüffeln, ob ein Mensch an Lungenkrebs leidet oder ein Diabetiker in die Unterzuckerung zu fallen droht.

IM VIDEO

«Spürnasen im Einsatz»

Rega: Junge Lawinenhunde im Training am Berninapass

Redog: Katastrophenhunde im Ausbildungs-Einsatz


Armeehunde in der Ausbildung: Täter- und Fährtensuche, Drogen und Sprengstoff, Rettung

WEITERE FILMBEISPIELE

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Autor: Almut Berger