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11. Februar 2013

Schneidiger Familienkombi

Längst sind koreanische Autos richtig gut, aber günstig statt nur billig. Wie der Kia Cee’d Sportswagon den Alltag meistert, testet Familie Maier aus dem zürcherischen Thalheim.

Mit dem Kia Cee’d Sportswagon 
posten Daniel 
und Franziska Maier schon mal Windeln für das Geschwisterchen von Tobias (links) und Lukas, das bald zur Welt kommt.
Einkaufstour: 
Mit dem Kia Cee’d Sportswagon 
posten Daniel 
und Franziska Maier schon mal Windeln für das Geschwisterchen von Tobias (links) und Lukas, das bald zur Welt kommt.

Vielleicht ist Familie Maier aus Thalheim an der Thur bereits zu fünft, wenn dieser Artikel erscheint. «Wir erwarten dieser Tage unser drittes Kind», sagt Franziska Maier (42) strahlend und fügt an: «Daher sehen wir uns nach einem geräumigeren Auto um.» Da kommt der Lesertest mit dem neuen Kia Cee’d Sportswagon gerade recht: Der Kompaktkombi wetteifert in der VW-Golf-Liga um Kunden, und das mit Talent.

Das bemerkt man beim Cee’d nicht nur an den «sportlichen Linien», die Daniel Maier lobt. «Innen ist alles ansprechend und exzellent verarbeitet: Hier klappert nichts. Es gibt viele Ablagen, prima Sitze und die Bedienung ist simpel. Nur am Lenkrad sind zu viele kleine Tasten», sagt Automobildiagnostiker Daniel Maier (41).

Sportlich und familientauglich – guter Kompromiss

«Das Platzangebot ist rundum sehr gut: In den Laderaum passen gar noch Sachen neben den Kinderwagen», meint die kaufmännische Angestellte Franziska Maier. Lukas (8) und Tobias (6) schätzen viel Raum, doch stört sie die hohe Fensterlinie. «Man kann kaum hinausgucken», sagt Tobias. Seine Eltern bemängeln die langen Hintertüren, «die», sagt Franziska Maier, «in Parklücken das Aussteigen erschweren». Leider typisch für die Fahrzeugklasse: Drei Kindersitze passen nicht nebeneinander auf die Rückbank.

Keine Kritik gibt es am 128 PS starken 1,6-Liter-Diesel. «Der Durchzug ist gleichmässig gut und die Leistung absolut genügend», resümiert Daniel Maier. Auf ihren fast 500 Testkilometern verbraucht die Familie 6,7 l/100 km — also im Rahmen des üblichen Mehrverbrauchs zur Werksangabe von 5,6 l/100 km. Viel Lob ernten der sehr sanfte Automat und das Fahrwerk. «Anderen ist die sportliche Federung vielleicht etwas zu hart. Uns hat sie super gepasst», betont Franziska Maier: «Die Servohilfe der feinen Lenkung ist dreifach verstellbar und die Dynamik prima: Man fühlt sich stets sicher.»

Das Fazit von Daniel Maier: «Der Kombi ist sehr alltagsgerecht und trifft die Mitte aus sportlich und familientauglich.» Könnten sich Maiers vorstellen, den Cee’d zu kaufen? «Absolut, da das Preis-Leistungs-Verhältnis toll ist und sieben Jahre Garantie dabei sind», fügt Franziska Maier an. «Nur würden wir dann wohl eine einfachere Variante als die von uns gefahrene Topausstattung Style für 34'377 Franken nehmen, also 4000 Franken sparen: Viele Style-Komfortfeatures wie etwa Rückfahrkamera oder auch das schlüssellose Tür- und Startsystem sind zwar nett, aber im Alltag können wir gut darauf verzichten.»

CO2-Richtwerte

Der Verbrauch des Kia Cee'd Sportswagon 1.6 CRDi Automat.
Der Verbrauch des Kia Cee'd Sportswagon 1.6 CRDi Automat.

Der Verbrauch des Kia Cee'd Sportswagon 1.6 CRDi Automat

Im Jahr 2015 sollen die Neuwagen in der Schweiz im Schnitt nur noch 130 g/km CO2 ausstossen. Geht man von einer kontinuierlichen Senkung des letzten ermittelten Werts (2011: 155 g/km) aus, bedeutet das für 2013 einen Richtwert von 142 g/km. Der Testwagen liegt mit 149 g/km nur knapp darüber.

Informationen zum Bewertungssystem

Neues CO2-Emissionsgesetz

Bis 2020 sollen die Schweizer CO2-Emissionen gegenüber 1990 um 20 Prozent sinken. Seit 1. Mai 2012 gilt in der Schweiz deshalb das revidierte CO2-Gesetz für neue Personenwagen. Angewendet wird es für alle neuen PW, die seit dem 1. Juli 2012 erstmals hierzulande immatrikuliert wurden. Im Jahr 2015 dürfen die neuen Personenwagen im Schnitt maximal 130 g/km an CO2 ausstossen, was einem Norm-Gesamtverbrauch von etwa 4,9 Liter Diesel bzw. rund 5,6 Liter Benzin pro 100 Kilometer entspricht. Für Gasantriebe gelten gesonderte Bestimmungen.

Überschreitung sanktioniert

Der Wert von 130 g/km CO2 wird stufenweise eingeführt. Im Jahr 2012 mussten ihn 65 Prozent der Neuwagen, 2013 müssen ihn dann 75 Prozent und im Jahr darauf 80 Prozent der neuen Personenwagen erfüllen. Erreicht ein Importeur den spezifisch für ihn anhand Zielwert und Gewicht errechneten Schnitt nicht, wird die Sanktionsabgabe fällig, zum Beispiel 142,5 Franken pro Gramm ab dem vierten Gramm (1 bis 3 Gramm sind vergünstigt).

Bewertung im Migros-Magazin

Die Bewertungsgrafik im Migros-Magazin geht zwecks anschaulicherer Einstufung der Fahrzeuge von einer kontinuierlichen Senkung aus. Die Grundlage dafür ist der letzte ermittelte CO2-Durchschnitt aller Neuwagen: 155 Gramm pro Kilometer im Jahr 2011 (die Werte für 2012 liegen noch nicht vor). Sinkt der CO2-Ausstoss bis zum angestrebten Ziel von 150 Gramm pro Kilometer im Jahr 2015 kontinuierlich, ergeben sich daraus unsere Zielwerte – wie etwa aktuell 142 Gramm pro Kilometer für 2013. Anhand dieses Wertes werden die von uns vorgestellten Autos im Migros-Magazin beurteilt.

Autor: Timothy Pfannkuchen