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01. Februar 2016

Schluss mit der Pafferei!

Jugendliche rauchen wieder mehr. Einer der Gründe für den Anstieg sind neue Rauchmoden wie das Paffen von Shishas oder E-Zigaretten. Was Eltern tun können.

Rauchen wird zum hartnäckigen Begleiter
In der Falle: Rauchen wird rasch zum hartnäckigen Begleiter. (Bild: Fotolia)

Die Zahl der jungen Raucher ist erstmals seit vielen Jahren wieder gestiegen, stellt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) fest. Die Zunahme ist markant: Bei den 15- bis 17-Jährigen kletterte der Anteil der Rauchenden zwischen 2012 und 2014 um zwei Prozent auf 20,7 Prozent, bei den 15- bis 25-Jährigen im selben Zeitraum von 30 auf 31,6 Prozent.

Neue Formen sind beliebt
Einer der Gründe für den Anstieg sind neue Formen des Rauchens, die bei Jugendlichen beliebt sind, wie etwa die Shishas (Wasserpfeifen) und ihre elektronische Variante, die E-Shishas, und die E-Zigaretten mit Aromen und ohne Nikotin. Diese und auch positive Bilder in Medien und Werbung geben dem Rauchen wieder Auftrieb.

Doch Olivier Favre (50), Psychologe beim Amt für Gesundheit des Kantons Zug, vermutet hinter den alarmierenden Zahlen einen kurzfristigen Ausreisser nach oben, aber keine längerfristige Entwicklung. Solche Schwankungen seien normal. «Grundsätzlich geht das Rauchen weiterhin zurück», sagt Favre. «Rauchen verträgt sich nicht mit den angesagten Tugenden wie Jugendlichkeit, Leistungsfähigkeit und Gesundheit.»

Eltern haben Einfluss
Generelle Aussagen sind laut Favre ohnehin schwierig. Oft seien es eher einzelne Jahrgänge oder Klassenzüge, die eine bestimmte Kultur pflegten, wie Trinken oder Rauchen, erklärt er. Das liege daran, dass in diesem Alter das gleichaltrige Umfeld sehr wichtig ist.

Haben Eltern da überhaupt noch einen Einfluss? Oder sind ihre Ermahnungen eher Anreiz, mit Rauchen anzufangen? Olivier Favre, der auch Rauchstoppkurse für Jugendliche und Erwachsene leitet, ist überzeugt, dass sie sehr wohl etwas tun können.

TIPPS FÜR ELTERN

Bei Rückfällen nicht aufgeben

Bei Rückfällen nicht aufgeben.

Reden Sie mit Ihren Kindern schon früh über den Umgang mit Tabak und Drogen.

Falls Sie selbst rauchen oder geraucht haben: Erklären Sie ihnen, wie schwierig und frustrierend ein Rauchstopp ist. Strafen, Verbote, Angstmache bringen nichts.

Suchen Sie gemeinsam mit dem Jugendlichen einen Weg, um aufzuhören.
Dem einen mag eine App helfen, dem anderen eine kleine Belohnung für jeden geschafften Schritt.
Auch bei Rückfällen nicht aufgeben.
Gute Infos und Angebote (darunter auch Apps) speziell für Jugendliche gibt es auf Feel-ok.ch

Autor: Andrea Fischer Schulthess