Archiv
04. August 2014

Robokick

Reto Vogt schreibt wöchentlich über die digitale Welt. Diesmal über die Fussball-WM der Roboter. Schlagen Roboter 2050 den lebendigen Fussballweltmeister? Diskutieren Sie mit!

Fussball-WM der Roboter
Bisher liegt die Qualität der Fussballroboter vor allem beim Foulen, Hinfallen und Wiederaufstehen. (Bild: Screenshot Youtube)

Australien ist Fussballweltmeister! Nein, das ist kein Scherz, und das Finale von Rio de Janeiro wurde auch nicht klammheimlich wiederholt. Allerdings startete nur zehn Tage nach der WM in Brasilien bereits das nächste Turnier. Es geht zwar auch um Fussball – allerdings traten keine Menschen gegeneinander an, sondern Roboter. In fünf Kategorien kicken jedes Jahr Blechmänner um den Titel des besten Robo-Teams der Welt.

Noch ist das Niveau bescheiden: «Die meisten ‹Spieler› wissen noch nicht mal, wo sich der Gegner befindet und laufen deshalb einfach drauflos», sagte Professor Phil Culverhouse vom Betreuerstab der Briten zum Technikblatt Ars Technica.

Elegante Bewegungen, schöne Spielzüge oder fulminante Torschüsse sind beim Robokick nicht zu erwarten. Ihre Hauptqualität liegt gemäss Culverhouse eher beim Foulen, Hinfallen und Wiederaufstehen. Aber immerhin.

Wenn die Veranstalter des Robocups recht behalten, bleibt das nicht mehr lange so: Sie behaupten nämlich, dass im Jahr 2050 ein Roboterteam in der Lage ist, den amtierenden, lebendigen Fussballweltmeister zu besiegen.

Jetzt den Kopf zu schütteln und zu rufen: «unmöglich!», wäre voreilig: Zwar ist das Vorhaben recht ambitioniert, aber man darf nicht vergessen, dass es einem Computer schon vor über 18 Jahren gelang, den damaligen Schachweltmeister Garri Kasparow zu besiegen. Dann reichts doch 2050 locker für elf Fussballer. Oder etwa nicht?

Autor: Reto Vogt