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26. August 2013

Reisetipps für Stromboli

Der Reporter des Migros-Magazins verrät die lohnendsten Sehenswürdigkeiten und Adressen zur Reportage auf der Vulkaninsel im Mittelmeer.

Das Strandleben im Hauptort Stromboli
Das ruhige Strandleben im Hauptort Stromboli.

Reisezeit und Anreise

Hochsaison sind die Monate Juli und August – wer es ruhiger mag, sollte die Insel eher im Frühsommer oder Herbst besuchen. Ab Zürich ist man etwa zwölf Stunden unterwegs. Die beste Verbindung führt frühmorgens mit Air Berlin nach Catania auf Sizilien, von dort fährt man mit einem Taxi oder Bus zum Hafen Milazzo (für ca. 25 Euro pro Person) und besteigt eine Fähre nach Stromboli, wo man dann am späteren Nachmittag eintrifft. Eine alternative Anreiseroute führt mit Easy Jet ab Basel nach Catania oder Neapel und von dort auf eine Nachtfähre. Auf Stromboli und die Liparischen Inseln spezialisiert ist Suja Reisen in Zürich.

Unterkunft

Es gibt keine grossen Hotelkästen oder Luxushotels auf der Insel. Gut wohnen lässt es sich im Hotel Miramare und im La Sirenetta Park. Letzteres hat einen Pool, Ersteres dafür gratis Wi-Fi auf der Frühstücksterrasse.

Gute Restaurants

Fischteller im Restaurant Punta Lena
Fischteller im Restaurant Punta Lena.

Ristorante Punta Lena (Tel: +39 090 986204, am Meer zwischen der Bootsanlegestelle und dem Strand Ficogrande): Exzellente italienische Küche mit viel frischem Fisch zu sehr fairen Preisen. Besitzer Stefano Oliva, ein ehemaliger Fischer, steht selbst am Herd. Unbedingt probieren: Involtini di Spada und Spaghetti Strombolana.

Trattoria ai Gechi (Via Mirabito Giuseppe, Tel: +39 090 986213, von der zentralen Altstadtgasse im Dorf noch weiter den Hang hoch): Köstliche hausgemachte Pasta und frische Meeresfrüchte, serviert auf einer Terrasse mit schönem Blick über das Dorf. Unbedingt probieren: Pasta alla Norma.

Ristorante La Lampara : Gute Pizzas auf einer lauschigen Terrasse mitten im Dorf.

Attraktionen

DER VULKAN

Der Vulkan auf Stromboli
Oft aktiv: Der Vulkan auf Stromboli mit der beginnenden «Feuerrutsche» (rechts).

Natürlich kann man ihn auch von unten bewundern, aber eine Besteigung lohnt sich, denn nur dann kann man ihn so richtig in Aktion erleben. Der Stromboli kann jedoch nur mit einem offiziellen Führer bestiegen werden. Wer sich dabei auf Schweizer Kompetenz verlassen will, bucht am besten bei Andrea Ercolani. Er bietet Gruppen-, aber auch Privattouren an.

Alternativ bietet sich ein abendlicher Bootsausflug zur Sciara del Fuoco («Feuerrutsche») an. Dort kann man vom Wasser aus zusehen, wie der Vulkan Lava und Gestein in den Nachthimmel spuckt.

Die imposante Sciara del Fuoco
Die imposante Sciara del Fuoco («Feuerrutsche») prägt eine Seite des Vulkans.

Für weniger geübte Wanderer gibt es auch einfachere Wege ohne Vulkanbergführer, von denen aus man einen schönen Blick auf den Vulkan erhält. Neben dem Panoramaweg kann man auch einen Ausflug zur Pizzeria L'Osservatorio machen. Dort kann man gemütlich sitzen, essen und trinken und dem Vulkan zusehen.

Immer Anfang September findet das zweiwöchige Festa del Fuoco statt, ein Feuerfestival mit Künstlern aus aller Welt.

DAS MEER

Für Badeferien ist Stromboli nur bedingt geeignet, da die Strände nicht aus feinem Sand, sondern kleinen schwarzen Lavakieseln bestehen. Umso klarer jedoch ist das Wasser. Man kann schön schnorcheln oder mit einem Kajak um die Insel paddeln.

DAS DORF

Der grosse Dorfplatz mit der Kirche
Der grosse Dorfplatz mit der Kirche.

Stromboli selbst liegt lang gestreckt am Vulkanhang. Es geht immer wieder hoch und runter, und kleine Gässchen eignen sich für Spaziergänge. Sie bleiben nachts unbeleuchtet, weshalb es sich empfiehlt, Taschenlampen mitzunehmen. Wenn man die ausschaltet, sieht man nicht nur einen prächtigen Sternenhimmel, sondern oben am Vulkan auch die Lichter der Wandergruppen, die sich langsam wieder Richtung Dorf zurückbewegen.

GINOSTRA

Eseltransport im Dorf Ginostra
Eseltransport im Dorf Ginostra.

Gegenüber auf der anderen Seite der Insel liegt, nur per Boot erreichbar, ein weiteres kleines Dorf. Ginostra ist sehr viel simpler und ursprünglicher als Stromboli und durchaus einen Ausflug wert. Kommt hinzu, dass man bei der Inselumrundung auch gleich noch einen Blick auf die Sciara del Fuoco («Feuerrutsche») von unten bekommt und einen kurzen Badestopp beim vorgelagerten Inselchen Strombolicchio mit den steilen Klippen und dem Leuchtturm einlegen kann. Hinauf zum Turm kann man allerdings nicht.

ANDERE INSELN

Stromboli ist nur eine von sieben bewohnten Liparischen Inseln nördlich von Sizilien. Es kann als Basis für Ausflüge genutzt werden, zu empfehlen ist etwa das archäologische Museum in Lipari.

Kulturelle Einstimmung

Das von Roberto Rossellini und Ingrid Bergmann bewohnte Haus
Das von Roberto Rossellini und Ingrid Bergmann bewohnte Haus bei den Dreharbeiten zum Film «Stromboli».

Roberto Rossellini drehte 1949 auf der Insel sein Beziehungsdrama «Stromboli» mit Ingrid Bergman. Davon zeugt noch heute eine Gedenktafel am Haus, in dem Bergman und Rossellini damals wohnten. Während der Dreharbeiten verliebten sie sich ineinander, was zu einem grösseren Skandal führte, da sie beide anderweitig verheiratet waren.

In Jules Vernes Abenteuerroman «Reise zum Mittelpunkt der Erde» (1864) steigen die Helden der Geschichte in Island in einen Vulkan ein und kommen am Ende auf Stromboli wieder heraus.

In Nanni Morettis «Caro Diario» (1993) reist der Regisseur zur Erholung auf die Liparischen Inseln und besucht dabei auch Stromboli.

Autor: Ralf Kaminski

Fotograf: Paolo Dutto