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23. April 2012

60 Jahre Rega

Die Geschichte der Rega, schwierige Einsätze und wichtige Zahlen.

November 1946: Der eigentliche Beginn der Luftrettung in der Schweiz.
November 1946: Der eigentliche Beginn der Luftrettung in der Schweiz.

Der Anfang: Am 19. November 1946 strandet ein amerikanisches Flugzeug vom Typ DC-3 Dakota auf dem Gauligletscher BE. Fünf Tage später landen die Schweizer Militärpiloten Victor Hug und Pista Hitz mit zwei Militärflugzeugen des Typs «Fieseler Storch» auf dem Gletscher. In enger Zusammenarbeit mit Bergrettern bergen sie Crew und Passagiere – es ist der eigentliche Beginn der Luftrettung in der Schweiz.


Januar 1953: Auslandeinsatz an der holländischen Nordseeküste.
Januar 1953: Auslandeinsatz an der holländischen Nordseeküste.

Auslandeinsatz: Nach Dammbrüchen an der holländischen Nordseeküste verlieren in der Nacht vom 31. Januar 1953 1835 Menschen ihr Leben, 200'000 Hektar Kulturlandschaft und unzählige Ortschaften versinken in den Fluten. Die Schweizer Rettungsflugwacht entsendet drei Piloten und vier Rettungsfallschirmspringer. Mit einem Miethelikopter stehen sie drei Tage und Nächte nonstop im Einsatz.


1957: Der erste Helikopter für die Schweizer Rettungsflugwacht.
1957: Der erste Helikopter für die Schweizer Rettungsflugwacht.

Erster Helikopter: Nach einer landesweiten Sammelaktion des Verbandes Schweizerischer Konsumvereine, die gegen 500'000 Franken generiert, erhält die Schweizer Rettungsflugwacht am 28. Februar 1957 ihren ersten Helikopter. Tausende von Neugierigen stürmen die Basler Schützenmatte, um den «Bell 47J» aus der Nähe zu sehen. Die wenigsten haben bisher einen Helikopter live gesehen.


1984: Sicherstellung der medizinischen Versorgung von Papst Johannes Paul II. anlässlich dessen Besuch in der Schweiz.
1984: Sicherstellung der medizinischen Versorgung von Papst Johannes Paul II. anlässlich dessen Besuch in der Schweiz.

Papstbesuch: Vom 12. bis 17. Juni 1984 besucht Papst Johannes Paul II. die Schweiz. Zum Papsttross gehört unter anderem ein Team der Rega mit Pilot Ueli Soltermann, Arzt Georg Hossli sowie Flughelfer Heinz Enz (von rechts). Ihre Aufgabe ist es, bei einem Notfall die medizinische Versorgung des katholischen Kirchenoberhaupts sicherzustellen. Was dieser mit einem Händedruck verdankt.


August 2005: Unwetterkatastrophe in der Schweiz.
August 2005: Unwetterkatastrophe in der Schweiz.

Unwetterkatastrophe: Bei der Unwetterkatastrophe im August 2005 in der Schweiz gehören Rega-Crews zu den Rettern der ersten Stunde. Gemeinsam mit örtlichen Organisationen gelingt es ihnen, mehr als 200 Personen aus den Wasserfluten zu retten, darunter bei Amsteg einen Baggerführer, der den Durchlass in der reissenden Reuss vergrössern wollte.


Heimflug 2009.
Mai 2009: Heimflug von vier verletzten Schweizern aus China.

Heimflug: Nachdem die Schweizer Botschaft in China ein Busunglück auf der geschichtsträchtigen Seidenstrasse gemeldet hat, startet am 16. Mai 2009 ein Ambulanzjet gen Osten: Es gilt, vier Verletzte aus der Schweiz zu repatriieren. Nach der Landung in Kashgar wird erst einmal die Flugzeugkabine des Jets desinfiziert und der Crew die Temperatur gemessen: In China grassiert die Angst vor der Schweinegrippe.


Januar 2010: Tragischer Lawinentod eines Rega-Arztes bei einem Einsatz im Diemtigtal BE.
Januar 2010: Tragischer Lawinentod eines Rega-Arztes bei einem Einsatz im Diemtigtal BE.

Lawinentod: Die Rega muss am 3. Januar 2010 erstmals den Verlust eines Crewmitglieds bei einem Lawineneinsatz beklagen: Ein Arzt stirbt nach einem Lawinenunglück während der Rettungsarbeiten im Diemtigtal BE. Eine achtköpfige Skitourengruppe war in ein Schneebrett geraten. Noch während deren Versorgung erfasst eine zweite Lawine auch die Helfenden – darunter den Rega-Arzt. Insgesamt fordert das Unglück sieben Opfer.


Juli 2010: Stadteinsatz am Zürcher Grossmünster.
Juli 2010: Stadteinsatz am Zürcher Grossmünster.

Stadteinsatz: Am 21. Juli 2010 bricht sich ein Tourist auf dem Karlsturm des Zürcher Grossmünsters den Oberschenkel. Eine Evakuation über das 187 Stufen hohe, enge Treppenhaus erweist sich als schwierig. Nachdem die Polizei einen Teil des Limmatquais gesperrt hat, setzt der Rega-Pilot per Rettungswinde einen Notarzt auf der Aussichtsplattform ab. Nach einer Erstversorgung werden Patient und Arzt gemeinsam ausgeflogen.


März 2012: Tragisches Busunglück bei Sierre VS. Rücktransport der verletzten Kinder nach Brüssel.
März 2012: Tragisches Busunglück bei Sierre VS. Rücktransport der verletzten Kinder nach Brüssel.

Busunglück: Am 13. März 2012 sterben nach einem tragischen Reisebusunglück in einem Autobahntunnel bei Sierre VS 22 Kinder und sechs Erwachsene aus Belgien und Holland, 24 Kinder werden teils schwer verletzt. Drei Tage später sind alle drei Ambulanzjets der Rega für den gleichen Einsatz unterwegs: In sechs Flügen repatriieren die drei «Challenger CL-604» 14 verletzte Kinder und ihre Angehörigen von Sion nach Brüssel.


Tage der offenen Tür bei der Rega: Rega-Center Zürich, 28. und 29. April / Basis Lausanne, 9. Juni / Basis Bern, 23. Juni / Basis Zürich, ­Dübendorf, 7. Juli.
www.rega.ch

Fotograf: Keystone Agency, zVg. Rega