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12. Mai 2014

Reduced to the Max

Die «Bohne, Bluescht & Berger»-Bloggerin macht sich Gedanken zu Hab und Gut: Wie viel Dinge braucht der Gartenmensch, um glücklich zu sein?

Werkzeug am Metallbügel hängend
Eine gute Aufhängung hilft, den Überblick über Hab und Gut nicht zu verlieren.

Kürzlich las ich einen Artikel im «Stern», in dem es um den Überdruss am Überfluss ging. Immer mehr Menschen hätten die Nase voll von immer mehr und würden drum freiwillig verzichten, hiess es dort. Porträtiert wurde unter anderen ein Typ, der seinen gesamten (!) Besitz auf gerade mal 100 (!) Gegenstände reduziert hat und sich seither extrem erleichtert fühlt.

100 Gegenstände? Allein in meinem Gartenschopf tummeln sich mehr als 100 Gegenstände (von unserem Haus, der Garage und Sohnemanns Baumhaus gar nicht zu reden). Ihr glaubt mir nicht? Ich habs mal kurz überschlagen:

3 Häckerli und 1 Hacke
1 Spaten
1 Schaufel gross und 3 Schüfeli klein
1 Garette
1 Laubkorb (Weide)
1 Sauzahn
4 Giesskannen (okay, die stehen aus aktuellem Anlass grad draussen neben dem Regenfass)
4½ Paar Gartenhandschuhe
1 Sack Ansaaterde
2 angefangene Säcke Universal-Gartenerde Bio (warum eigentlich 2 angefangene?)
1 Besen
2 Wüscherli-Schüfeli (ein Mal mit, ein Mal ohne Wüscherli)
33 Blumen- und andere Pflanztöpfe (geschätzt)
3 Gartenscheren (exklusive der, die ich seit letztem Freitag vermisse)
1 Schnipp-Schnapp-Schneckenschere (Details erspare ich Euch)
4 alte Malerkübel (zum Jäten, Steine transportieren etc.)
1 Pickel (ich pickle noch immer an meinem steinharten Blätz rum, aber langsam wirds)
8 verknäulte Knäuel Gartenschnur
4 Paar Gummistiefel (Grösse 39, 42, 43 und 32)
1 elektrische Heckenschere (unverzichtbar für die Buchsbaumkugel-Formgebung)
1 Rasenkantenschere ganz
1 Rasenkantenschere kaputt (wollte ich die nicht wegwerfen?)
1 Rasenmäher
1 Gertel (eine Art Machete)
2 Äxte (eine für grosse, eine für kleine Hände)
2 Fuchsschwanzsägen (2?)
1 Kettensäge (falls die 2 Fuchsschwanzsägen nicht reichen)
1 Vogelhaus in der Sommerpause
1 Teichpumpe (müsste unbedingt noch in den Teich, kommt mir grad in den Sinn)
12 Tomatenkletterstangen, linksgedreht (werden demnächst in Betrieb genommen)
1 Rolle gelochte Plastikfolie grün, um die Zucchetti, Gurken und Kürbisse abzudecken (wird demnächst in Betrieb genommen)
12 Meter Maschendrahtzaun (vielleicht legen wir uns ja doch noch mal ein Wollschwein zu)
1 Taschenlampe für die nächtliche Schneckenjagd

Macht summa summarum 116,5 – einiges mehr also als 100. Und dies, obwohl ich erst kürzlich ausgemistet habe und weder all meine Sömli-Säckli noch all meine Klüpperli, mit denen ich so ziemlich alles zusammenklüpperle, was sich zusammenklüpperlen lässt, mitgezählt habe.

Natürlich könnte ich noch etwas reduzieren, beispielsweise die Gartenscheren. Nur reduzieren die sich eh laufend selber (ich sage nur: verschwundibus!). Man könnte auch darüber diskutieren, ob Rasenkantenscheren nicht generell Luxus sind. Oder wie realistisch die Möglichkeit ist, dass wir uns doch noch ein Wollschwein zulegen.

Und manchmal könnte etwas weniger wirklich etwas mehr sein. Beispielsweise dann, wenn mir wieder einmal 1 Sauzahn, 1 Schaufel gross sowie 1 Spaten auf den Kopf fallen, weil ich 1 Rechen (ups, den hatte ich noch gar nicht mitgezählt!) vom Gerätehalter nehmen wollte.

Das ist dann tatsächlich der Moment, wo ich Überdruss am Überfluss habe. Falls also jemand Interesse an 3½ Paar Gartenhandschuhen, 1 Rasenkantenschere kaputt und 1 Fuchsschwanzsäge hätte: Bitte melden!

Seid Ihr mehr der Sammler-Typ oder eher «Reduced to the Max»?
1 Gartenschere oder 2, 3, 4? Worauf würdet Ihr nie verzichten in Eurem Gärtnerleben? Outet Euch über einen Kommentar, oder erstellt einen eigenen Artikel inklusive Fotos (Infos zu beidem siehe oben rechts).

Autor: Almut Berger

Fotograf: Almut Berger