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05. Mai 2014

Prominenter Muttertag

Freundin, unersetzbare Beraterin, Vorbild oder Managerin: Dominique Rinderknecht, Tanja La Croix und Andrea Caroni haben eine ganz besondere Beziehung zu ihren Müttern. Zum Muttertag erzählen die drei Prominenten, was ihre Mamis unvergleichlich und unersetzbar macht. Oben verraten Leserinnen mit einem Porträtbild, was sie mit der Mutter Besonderes verbindet.

Janet Bachmann und Mutter
Janet Bachmann: Meine Mami ist da für mich wie eine Schwester, wir erleben gemeinsam viele schöne Momente. Das sieht man uns auch an ;-)
Dominique Rinderknecht mit ihrer Mutter Helen Rinderknecht
Dominique Rinderknecht mit ihrer Mutter Helen Rinderknecht

Name: Helen Rinderknecht, Alter: 51, Beruf: Fitness- und Schönheitscoach.
Darum ist es so schön, Mutter von Dominique zu sein: «Ich musste mir nie Sorgen um sie machen, nicht mal in der Pubertät. Sie ist gleichzeitig frech, witzig und bei allem mit Vollgas dabei. Mit ihr würde ich Pferde stehlen.»

Name: Dominique Rinderknecht, Alter: 24, Beruf: Miss Schweiz, Werdegang: Miss Schweiz 2013, Bachelor in Publizistik Uni Zürich 2013, Platz 16 bei Miss Universe.
Diese Zeit mit Mami vergesse ich nie: «Das gemeinsame Frühstück. Mami hat sich immer die Zeit genommen, für uns alle, auch wochentags, ein schönes Zmorge zu machen. Wir hatten so jeden Tag eine gemeinsame halbe Stunde.»

«Sie war immer mein Vorbild und bleibt es auch»

Schönheit liegt bei der Miss Schweiz in der Familie. Schon Mutter Helen hat gemodelt. Von ihrem Mami hat Dominique Rinderknecht aber vor allem auch eins gelernt: dass Schönheit nicht das Wichtigste ist. «Meine Mami hat mir vermittelt, dass Schönheit vergänglich ist, und das, was zählt, die inneren Werte sind. Sie ist sehr lebensfroh und lebenslustig, riskiert viel eher etwas als ich. Ich bin eher perfek­tionistisch, dank ihr kann ich auch unbekümmert sein. Für die Miss-Schweiz-Wahl habe ich lange hin und her überlegt. Irgendwann hat sie gesagt: Du überlegst nun schon so lange, mach doch einfach mal mit, du hast ja nichts zu verlieren.

Bei allen Entscheidungen hat sie mir immer geraten, auf mein Herz zu hören. Von ihr habe ich das Ausreisserische und die Unbekümmertheit mitgekriegt. Ich habe beispielsweise nach dem Gymi zwei Zwischenjahre gemacht, habe gearbeitet, ging einfach drauflos auf Reisen. Das Haareabschneiden war auch so ein spontaner Entscheid.

Die zehnjährige Dominique (r.) mit Mami Helen und ihrer jüngeren Schwester Noemi in den Ferien in Thailand.
Die zehnjährige Dominique (r.) mit Mami Helen und ihrer jüngeren Schwester Noemi in den Ferien in Thailand.

Meine Mami gibt mir viel Geborgenheit und unterstützt mich in allem, was ich tue. Vor der Gymiprüfung hat sie mir am Morgen ein kleines Papier mit einer Zeichnung als Glücksbringer hingelegt. Die Zeichnung hat mich danach an jede Prüfung begleitet – während des ganzen Studiums. Sie trifft viel eher Entscheidungen, bei denen man nicht weiss, wie sie herauskommen. Sie kann auch gut mal unerreichbar sein, legt mal einen halben Tag das Handy weg. Sie hat mich gelehrt, zielgerichtet zu sein und doch spontan zu bleiben – weil man nie weiss, wies rauskommt.

Dank ihr kann ich die Dinge so annehmen, wie sie sind. Wie etwa meine Krankheit Polyarthritis, die ich habe, seit ich 17 bin. Das hilft mir extrem. Manchmal vermisse ich es, dass wir nicht mehr zusammen wohnen, weil wir weniger gemeinsame Zeit haben. Wenn wir zusammen sind, merke ich manchmal nicht, wie die Zeit vergeht. Wir können stundenlang reden, das war schon immer so. Auch als Teenager konnte ich ihr alles erzählen und habe mich bei Liebeskummer bei ihr ausgeweint. Wir treffen uns aber oft und sehen uns auch im Ausgang. Sie war immer mein Vorbild und bleibt es auch.»

DJ Tanja La Croix mit ihrer Mutter Yvonne Wettach
DJ Tanja La Croix mit ihrer Mutter Yvonne Wettach

Name: Tanja Wettach alias Tanja La Croix, Alter: 32, Beruf: DJ & Produzentin, Wohnort: Wallisellen ZH, Werdegang: 1998 Miss Bodensee, ab 2001 internationale Karriere als Model, ab 2006 DJ und Produzentin, 2010 Aushängeschild der Street Parade Zürich, 2011 Nomination für Best House DJ am Swiss Nightlife Award.
Dieser Moment mit Mami bleibt mir in Erinnerung: «Ich werde den Moment nie vergessen, wie sie vor Stolz und Rührung geweint hat, als ich bei der Miss Bodensee-Wahl zur Siegerin gekürt wurde.»
Name: Yvonne Wettach, Alter: 62, Beruf: Kauffrau, Wohnort: St. Gallen.
Darum ist es so schön, Mutter von Tanja zu sein: «Tanja ist bei allem was sie tut, zu tausend Prozent dabei. Ich bin stolz, dass sie so erfolgreich ist und trotzdem nicht abhebt. Ich schätze es sehr, dass wir noch immer gemeinsam in die Ferien fahren.»

«Sie hat mich gelehrt, auf dem Boden zu bleiben»

DJ Tanja La Croix hat eine besonders intensive Beziehung zu ihrem Mami Yvonne. Diese ist nämlich ihre Managerin. Sie trägt dazu bei, dass die St. Gallerin eine der erfolgreichsten House-DJs der Schweiz ist.«Meine Mutter ist hilfsbereit, sehr diszipliniert und plant gut voraus, hat alles im Griff, ist strategisch und immer superpünktlich. Da kann ich noch viel von ihr lernen. Es war Zufall, dass sie meine Managerin wurde. Sie ist eingesprungen, als ich auf der Suche nach einem neuen Management war. Von einem Tag auf den anderen hat sie all die Aufgaben übernommen, obwohl sie kaum Englisch konnte und vom DJ-Business keine grosse Ahnung hatte. Ich gebe sie nicht mehr so schnell her. Ich habe absolutes Vertrauen in sie.

Die knapp dreijährige Tanja mit Mami Yvonne in der Toskana.
Die knapp dreijährige Tanja mit Mami Yvonne in der Toskana.

Wir arbeiten mit der gleichen Einstellung: Ehrgeizig und zuverlässig. Diese Eigenschaften habe ich von ihr mitgekriegt. Sie hat mich auch gelehrt, sparsam zu sein, mich an kleinen Dingen zu freuen und am Boden zu bleiben, egal, wie erfolgreich ich bin. Ich bewundere an ihr, wie sie sich nach jedem Tiefpunkt in ihrem Leben wieder aufgerappelt hat und mit neuem Elan weitermacht. Selbstmitleid kennt sie nicht. Als ich mit 16 Jahren ein Angebot von einer internationalen Modelagentur erhielt, hat sie mir die Entscheidung überlassen, ob ich die Lehre hinschmeisse. Es gab nur eine Bedingung: Wenn ich modeln wolle, solle ich dies diszipliniert tun.»

FDP-Nationalrat Andrea Caroni mit seiner Mutter Vera Caroni
FDP-Nationalrat Andrea Caroni mit seiner Mutter Vera Caroni

Name: Andrea Caroni, Alter: 34, Beruf: Anwalt, Wohnort: Herisau AR, Werdegang: Studium der Rechtswissenschaften in Zürich und Genf, 2007 Anwaltspatent, Nachdiplom an der Universität Harvard, 2005 bis 2008 FDP-Gemeinderat Grub AR, 2008 bis 2010 persönlicher Mitarbeiter von Bundesrat Hans-Rudolf Merz, seit 23. Oktober 2011 im Nationalrat.
Das hat mir meine Mutter weitergegeben: «Von ihr habe ich die Ordnungswut mitgekriegt – ich will Pendenzen schnell erledigen, aber ebenso die Freude an Geselligkeit.»

Name: Vera Caroni, Alter: 65, Beruf: Betriebsökonomin lic. oec. HSG, Wohnort: Grub AR.
Darum ist es so schön, Mutter von Andrea zu sein: «Andrea ist trotz Erfolg in Schule, Beruf und Politik am Boden geblieben. Er geht auf die Leute zu, engagiert sich mit Freude und von Herzen, ist humorvoll, offen und heimatverbunden. Haltung und Handlung ­stimmen überein. Er ist echt und glaubwürdig. Das macht mich stolz.»

«Ich kann mit ihr alles besprechen»

Der Ausserrhoder FDP-Nationalrat Andrea Caroni gilt als blitzgescheit, offen und effizient. Nicht wenige Eigenschaften hat der Jungpolitiker wohl seiner Mutter zu verdanken, bei der er in Grub AR aufwuchs.

«Ich schätze meine Mutter als ausgezeichnete Freundin, ich kann mit ihr alles besprechen. Sie ist eine hervorragende Beraterin mit durchaus kritischem Blick auf die Welt, aber immer mit positiver Grundhaltung. Ich kann ihr alles anvertrauen und weiss, es bleibt unter uns. Ich habe eine sehr enge Beziehung zu ihr. Ich war neun, als sich meine Eltern getrennt haben, und bin als Einzelkind bei ihr aufgewachsen.

Glücklich unter dem Eiffelturm: Der achtjährige Andrea 1988 mit seiner Mutter Vera Caroni in Paris.
Glücklich unter dem Eiffelturm: Der achtjährige Andrea 1988 mit seiner Mutter Vera Caroni in Paris.

Sie ist lebensfroh, herzlich und unglaublich gut im Umgang mit Menschen. Ihre Lebensfreude, Offenheit und Lust, auf Menschen zuzugehen, hat sie mir mitgegeben. Sie hat mir beigebracht, wie wichtig es ist, verlässlich zu sein.

Eine grosse Gemeinsamkeit ist die Reiselust. Seit ich Teenager bin, machen wir ein Mal pro Jahr eine grössere Reise, wir waren beispielsweise mehrmals mit dem Wohnmobil in den USA und in Australien. Ihr einziger negativer Charak­ter­zug ist ihr Sauberkeitsfimmel. Es war wohl einer ihrer grössten Schreckensmomente, als ich als Teenager nach dem St. Galler Open Air voller Schlamm vor der Haustür stand.

Einmal überlegte ich, ob ich Profischlagzeuger werden soll. Sie meinte: Wenn du das willst und nicht durchkommst, dann unterstütze ich dich, soweit ich kann. Insgeheim hat sie allerdings gehofft, dass ich wie sie an die HSG gehe.»

Autor: Claudia Langenegger

Fotograf: Christian Schnur