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26. September 2016

Papatöchter

Ist der Vater der wichtigste Mann im Leben? Prominente Schweizerinnen betreiben Seelenforschung.

Papakinder

Anna Känzig (32) Sängerin

Anna Känzig (32) Sängerin
Anna Känzig (32) Sängerin (Bild PR)

«Ich bin definitiv ein Papakind. Mein Vater Christian ist der Grund, warum ich Musik mache. Als ich als Baby nicht schlafen konnte, hat er für mich Klavier gespielt. Zudem spielte er Bass und Schlagzeug. Sein Büro war voller Instrumente und zuhause lief immer Musik. Mein Vater ist sehr kreativ und ehrgeizig. Wenn er etwas macht, dann macht er es gut. Das habe ich von ihm gelernt. Wenn es um Musik geht, blüht er auf: Er kommt fast an jedes Konzert von mir und johlt am lautesten. Er hat mir beigebracht, mit Eigenhumor durchs Leben zu gehen. Und dass es wichtig ist, für seinen Traum einzustehen. Ich habe mir immer Freunde gesucht, die aus dem kreativen Umfeld kommen. Das hat bestimmt auch mit ihm zu tun.»

Mann
Mann


Lauriane Sallin (23), Miss Schweiz

Lauriane Sallin (23), Miss Schweiz
Lauriane Sallin (23), Miss Schweiz

«Ich bin im französischen Belfort aufgewachsen, in einem grossen Haus mit vielen Tieren. Mein Vater Nicola und ich haben beide einen sehr starken Charakter. Wenn wir uns entschieden haben, etwas zu machen, bringt uns niemand von diesem Weg ab. Und wenn etwas nicht richtig läuft, macht uns das völlig irre. Wir haben erst später herausgefunden, wie ähnlich wir uns eigentlich sind. Ich hatte mit meinem Vater grosses Glück. Ich denke, es gibt im Leben viele Menschen, die sehr prägend für einen sind. Doch den Platz meines Vaters kann niemand einnehmen. Ich werde immer sein Mädchen sein, und er wird mich immer lieben. Diese bedingungslose Liebe ist aussergewöhnlich. Ich kann meinen Vater mit keinem Mann auf der Welt vergleichen. Ich wohne immer noch zu Hause und sehe ihn fast täglich.

Nina Fehr Düsel (35), SVP-Politikerin

Nina Fehr Düsel (35), SVP-Politikerin
Nina Fehr Düsel (35), SVP-Politikerin

«Von meinem Vater Hans habe ich die Zielstrebigkeit geerbt. Aber auch die Ungeduld. Viele sagen zudem, wir hätten einen recht ähnlichen Humor. Am Familientisch haben wir früh über politische Themen diskutiert. Einig waren wir uns nicht immer. Zudem nahm er mich zu politischen Veranstaltungen mit, was mir den Zugang zur Politik ermöglicht hat. Mit den Enkeln ist er sehr einfühlsam. Er kommt regelmässig hüten und hat grosse Freude an den Buben. In meinen Mädchenjahren war der Vater extrem wichtig für mich. Ich habe ihn immer bewundert, weil er so eloquent und interessiert ist. Aber natürlich ist mein Mann jetzt präsenter. Die beiden verstehen sich sehr gut: Thomas hat viele Züge von meinem Vater.»

Selina Gasparin (32), Biathletin

Selina Gasparin (32), Biathletin
Selina Gasparin (32), Biathletin

«Mit meinen kleinen Schwestern Elisa und Aita habe ich Gasparin Sisters GmbH gegründet. Unser Vater Renato ist der Geschäftsführer. Bei mir haben die Eltern eine enorm wichtige Rolle gespielt. Gerade in schlechten Zeiten habe ich sie stark gespürt. Mein Vater hat mich immer getröstet und bei Problemen versucht, Lösungen aufzuzeigen. Man hat immer wieder schlechte Rennen, Niederlagen oder Verletzungen. Er hat mich in diesen Momenten wieder aufgebaut. Er sagte mir, ich solle Geduld haben, und hat mir somit den Druck weggenommen. Heute stehen wir mindestens einmal in der Woche in Kontakt.»

Autor: Anne-Sophie Keller