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05. Mai 2014

Preisgünstiger Alleskönner

Der Suzuki SX4 gehört seit 2013 zu den zehn meistverkauften Autos der Schweiz. Was macht den Kompakt-SUV so beliebt? Familie Züger aus dem luzernischen Emmenbrücke hat ihn getestet.

Unglaublich, was da alles reinpasst: Isabelle, 
Christian, Caroline und Peter Züger (von links)
 verstauen im Suzuki SX4 S-Cross den gesamten Wocheneinkauf auf dem Biobauernhof.
Unglaublich, was da alles reinpasst: Isabelle, 
Christian, Caroline und Peter Züger (von links)
 verstauen im Suzuki SX4 S-Cross den gesamten Wocheneinkauf auf dem Biobauernhof.

Noch vor zwei Jahren verkaufte Suzuki 2780 Stück des Modells SX4, was in der Schweizer Hitparade der beliebtesten Neuwagen für Platz 30 reichte. Im letzten Jahr steigerte Suzuki den Absatz auf 4003 – und schaffte den Sprung auf Rang 9. Allerdings muss man berücksichtigen, dass die offizielle Verkaufsstatistik nicht zwischen dem weiterhin angebotenen SX4 und dem seit letzten Herbst neuen, 15 Zentimeter längeren SX4 S-Cross unterscheidet. Dennoch zeigt dieser Erfolg, dass Suzuki im hart umkämpften Segment mit beiden Modellvarianten den Geschmack von Frau und Herrn Schweizer trifft. Auch jenen der Migros-Testfamilie Züger aus Emmenbrücke LU?

Die vierköpfige Familie fährt derzeit noch einen achtjährigen Opel Zafira, schaut sich nun aber nach einem etwas kompakteren Auto um. Fest steht, es soll ein Crossover mit 4x4 sein. «Da kam uns die Möglichkeit gerade recht, den Suzuki SX4 S-Cross während einer Woche fürs Migros-Magazin zu testen», sagt Maschineningenieur Peter Züger (52). Für die Zügers zudem wichtig: Ihr neues Familienauto soll ein manuelles Getriebe haben, damit die Jungmannschaft – Caroline (19) und Christian (20) – weitere Schaltpraxis erhält. Ans Design stellen die Zügers keine hohen Ansprüche. Es soll modern, aber funktional und beim Parkieren übersichtlich sein. Und genau das bietet der SX4 S-Cross. Leichten Punktabzug gibts von den Zügers dagegen fürs Interieur. Der Kofferraum sei zwar ausreichend, Peter Züger wünscht sich aber ausbau- oder versenkbare Sitze (der Zafira lässt grüssen), und Gattin Isabelle (52) findet den Tacho schlecht ablesbar.

Begeistert sind sie dagegen vom Antrieb. «Der Diesel ist durchzugsstark und sparsam», urteilt Peter Züger, «und der lang übersetzte 6. Gang ist für Fahrten auf der Autobahn angenehm.» Gern hätte er den 4x4 des Suzuki auch auf Schnee ausprobiert. Und im Hinblick auf die nächsten Urlaube meint er: «Ich könnte mir den SX4 S-Cross dank seiner hohen Anhängelast und des starken Drehmoments auch als Zugfahrzeug für einen Wohnanhänger vorstellen.» Und als künftiges Alltagsauto? «Ja, absolut», lautet das einstimmige Urteil der Fa­milie. Isabelle Züger liefert auch gleich die Begründung: «Weil dieses Auto ein Alleskönner zum vernünftigen Preis ist.»

CO₂-Richtwerte

Im Jahr 2015 sollen Neuwagen in der Schweiz im Schnitt 130 g/km CO₂ ausstossen. Geht man von einer kontinuierlichen Senkung des letzten ermittelten Wertes (2012: 151 g/km) aus, bedeutet das für 2014 als Richtwert 137 g/km. Der Suzuki SX4 S-Cross liegt trotz Allradantrieb mit 114 g/km klar tiefer und gar nur 19 g über dem für 2021 geplanten Grenzwert (95 g/km).

Informationen zum Bewertungssystem

Bis 2020 sollen die Schweizer CO2-Emissionen gegenüber 1990 um 20 Prozent sinken. Seit 1. Mai 2012 gilt in der Schweiz deshalb das revidierte CO2-Gesetz für neue Personenwagen. Angewendet wird es für alle neuen PW, die seit dem 1. Juli 2012 erstmals hierzulande immatrikuliert wurden. Im Jahr 2015 dürfen die neuen Personenwagen im Schnitt maximal 130 g/km an CO2 ausstossen, was einem Norm-Gesamtverbrauch von etwa 4,9 Liter Diesel bzw. rund 5,6 Liter Benzin pro 100 Kilometer entspricht. Für Gasantriebe gelten gesonderte Bestimmungen. Bis 2020 soll der Grenzwert dann voraussichtlich auf 95 g/km gesenkt werden.

Überschreitung sanktioniert

Der Wert von 130 g/km CO2 wird stufenweise eingeführt. Im Jahr 2012 mussten ihn 65 Prozent der Neuwagen, im Jahr 2013 75 Prozent der Neuwagen erfüllen. 2014 sind es bereits 80 Prozent der neuen Personenwagen. Erreicht ein Importeur den spezifisch für ihn anhand Zielwert und Gewicht errechneten Schnitt nicht, wird die Sanktionsabgabe fällig, zum Beispiel 142,5 Franken pro Gramm ab dem vierten Gramm (1 bis 3 Gramm sind vergünstigt).

Bewertung im Migros-Magazin

Die Bewertungsgrafik im Migros-Magazin geht zwecks anschaulicherer Einstufung der Fahrzeuge von einer kontinuierlichen Senkung aus. Die Grundlage dafür ist der letzte ermittelte CO2-Durchschnitt aller Neuwagen: 151 Gramm pro Kilometer im Jahr 2012. Sinkt der CO2-Ausstoss bis zum angestrebten Ziel von 130 Gramm pro Kilometer im Jahr 2015 kontinuierlich, ergeben sich daraus unsere Zielwerte – wie etwa aktuell 137 Gramm pro Kilometer für 2014. Anhand dieses Wertes werden die von uns vorgestellten Autos im Migros-Magazin beurteilt.

Autor: Raoul Schwinnen

Fotograf: Holger Salach