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22. September 2014

Prämienreduktion für Hobbygärtner!

Gärtnern ist ein Gesundbrunnen. Das sollte sich aber auch finanziell niederschlagen, findet die «Bohne, Bluescht & Berger»-Autorin.

Gärtnerin mit zwei geschulterten Giesskannen
Gärtner sind hart im Lupfen – und lassen sich drum nicht so schnell in die Knie zwingen!

Kommendes Wochenende stimmen wir bekanntlich über die Zukunft der Krankenkassen ab. Einheitlich oder uneinheitlich – die Frage spaltet die Nation. Doch unabhängig davon, wer sich schlussendlich durchsetzen wird, initiiere ich hier und hiermit bereits eine weitere Gesundheitsinitiative: Prämienreduktion für Hobbygärtner!

Warum aber gerade für Hobbygärtner? Nun, wühlen im Erdreich tut Körper und Seele gut. Wer pflanzt, jätet, gräbt und mäht, fördert Kraft und Beweglichkeit und kurbelt Stoffwechsel und Immunsystem an. Erdöpfelausbuddeln beispielsweise stärkt die Rückenmuskeln, Heckenschneiden die Oberarmmuckis, Sämlinge pickieren die Feinmotorik, der Dreck per se die Allergieresistenz.

All das Grün rundherum wiederum wirkt entspannend und senkt den Blutdruck. Der Mix aus Frischluft, Licht und Farben sorgt wie ein natürliches Antidepressivum für gute Laune und Gelassenheit, was sich wiederum positiv auf den Stresspegel auswirkt. Mal abgesehen davon, dass sich nach einem Tag Gartenplattenverlegen garantiert niemand mehr Schlafmittel verschreiben lassen muss.

Hobbygärtner rennen übrigens auch sonst nicht wegen jedes Wehwehchens zum Arzt, sondern klatschen sich erst einmal einen gut durchgekauten Spitzwegerich auf das geschürfte Knie oder tropfen sich etwas Knoblauchsaft auf den Bienenstich.

Haben sie Lämpen mit dem Chef, kriegen sie kein Magengeschwür, sondern lassen Druck ab, indem sie einen Baum fällen. Und an Appetitlosigkeit leiden sie schon gar nicht, dafür haben sie zu viel Liebe in die Rüebli, den Salat, die Erdbeeri investiert, die da grad verspiesen werden wollen. Ihr seht: All das macht den Hobbygärtner zur Traumbeute für all die Krankenkassen, die da auf der Jagd nach guten Risiken sind. Und das sind ja wohl alle.

Und drum sag ich, Hobbygärtner der Schweiz, greift zum Kugelschreiber: Aktuell fehlen gerade mal noch 99'999 Unterschriften für meine Gesundheitsinitiative. Und wenn wir nur schon 10 Franken pro Gärtner an Prämienreduktion erreichen, dann wären das immerhin drei Erica gracilis Living Garden oder zwei 10er-Sets Stiefmütterchen oder 40 Liter Bio-Blumen-und-Garten-Erde – pro Monat!

Und wer jetzt sagt, er habe leider keinen Garten und damit wohl auch keinen Anspruch auf die Prämienreduktion, dem sei gesagt: Allein schon das Hegen und Pflegen eines einzigen Blumenkistlis auf dem Fensterbrett ersetzt so manche Psychotherapie. Einfach mal ausprobieren!

Autor: Almut Berger

Fotograf: Almut Berger