Archiv
25. November 2013

Potz Twitter

Das Logo des Kurznachrichtendiensts Twitter
Das Logo des Kurznachrichtendiensts Twitter.

Microsoft hat es gemacht, Facebook sowieso und kürzlich auch der Kurznachrichtendienst Twitter: die Nutzungsbedingungen umformuliert, an den Einstellungen gefeilt, neue Funktionen hinzugefügt. Nicht falsch verstehen: Veränderungen sind nicht per se schlecht. Im Gegenteil, es freut jeden Nutzer, wenn ein Dienst Neues bietet, sich weiterentwickelt und Spannendes dazugewinnt. Allerdings darf kein Anbieter vergessen, über diesen Schritt zu informieren. Die meisten nehmen diese Pflicht mittlerweile ernst, was aber leider nicht genügt. Und zwar, weil die Internetgeneration lesefaul ist. Sie denkt sich bei jedem noch so deutlichen Hinweis «Ja, ja, das wird schon passen» und klickt die Information weg. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Anbieter ihre Kunden vor sich selbst schützen müssen und neue Funktionen nicht standardmässig aktivieren dürfen. Wenn die Neuerung nützlich, spannend oder cool genug ist, kommen die Nutzer von selbst auf die Idee, sie einzuschalten. Ironischerweise hat Google bewiesen, wie es richtig geht: Wenn es nach dem Konzern geht, sollen YouTube-Nutzer künftig mit ihrem Klarnamen auftreten. Dieser Schritt lässt sich wahlweise komplett überspringen oder für hochgeladene Videos, hinterlassene Kommentare und Bewertungen separat vornehmen, indem Unerwünschtes als privat markiert wird. Twitter tat das Gegenteil: Mit einem App-Update wurde plötzlich die Funktion «Empfehlungen» aktiviert, die einem andere Nutzer vorschlägt. Zum Glück taucht in den Einstellungen der Aus-Schalter auf, sonst ‒ potz Twitter ‒ gibts ein Gewitter.

Lesen Sie die Hinweise am PC? Verraten Sie es uns per Kommentar unten auf dieser Seite.

Autor: Reto Vogt