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23. Januar 2017

Pigmentflecken im Visier

Die meisten Formen von Pigmentflecken sind kein Gesundheitsrisiko, viele Betroffene empfinden sie jedoch als störend. Vor einer Behandlung muss sichergestellt werden, dass es sich nicht um eine bösartige Hautkrankheit handelt.

Laserbehandlung von Pigmentflecken
Eine Laserbehandlung kann das Hautbild verbessern (Bild: iStockphoto).

Pigmentflecken (Lentigo) sind unterschiedlich grosse, oft mehrere, gut­rtige, gelb-braune bis braun-schwarze Flecken der Haut oder der Schleimhaut. Sie entstehen durch sogenannte Melanozyten, die in der Oberhaut (Epidermis) vermehrt auftreten. Es gibt verschiedene Arten von Pigmentflecken, dazu gehören auch Muttermale und Sommersprossen. Pigmentflecken können angeboren sein oder im Alter auftreten.

Die sogenannten Altersflecken (Lentigo senilis, Lentigo solaris) sind harmlos und entstehen oft durch jahrelange Sonnen­exposition. Eine weitere Art von Pigment­flecken ist das Melasma. Dieses kann – insbesondere während ­einer Schwangerschaft – durch weibliche Geschlechtshormone (Östrogen und Gestagen) und die Sonne ausgelöst werden. Es zeigen sich dunkle, meist ­symmetrische, unregelmässige Flecken an exponierten Stellen des Gesichts.

Vorsicht bei Hautveränderungen

Aussergewöhnliche Hautveränderungen sollten durch eine medizinische Fachperson beurteilt werden. Die Untersuchung ist wichtig, da Altersflecken mit Frühformen eines Melanoms (schwarzer Hautkrebs) verwechselt werden können.

Die sogenannte Lentigo maligna sollte von Pigmentflecken differenziert werden. Der Dermatologe stellt die Diagnose mittels einer Dermatoskopie. Für weitere Differentialdiagnosen, beispielsweise um weitere Arten von Pigmentflecken, Viruswarzen, Lichtschäden und Frühformen von hellem Hautkrebs (aktinische Keratosen) zu erkennen, kann eine Gewebeentnahme (Biopsie) durchgeführt werden.

Flecken verblassen lassen

Medizinisch gesehen, erfordern die meisten Formen von Pigmentflecken keine Behandlung, da sie harmlos sind. Möchte man die Flecken optisch kaschieren, können verschiedene therapeutische Massnahmen erfolgreich sein. Eine wichtige Rolle spielt dabei, in welcher Hautschicht sich das Pigment befindet. Je oberflächlicher es liegt, desto grösser ist die Chance, auf eine Therapieform anzusprechen.

Bleichende Cremes, die Hydrochinon, Vitamin-A-Säure, Fruchtsäuren, Kojicsäure oder Mulberry enthalten, dürfen regelmässig angewendet werden.

Des Weiteren können chemische Peelings oder Laserbehandlungen das Hautbild optimieren. Meist ist bereits nach der ersten Sitzung eine Verbesserung sichtbar, gelegentlich begleitet von einer diskreten Rötung oder Schuppung. Die Rötung verschwindet meist innerhalb von rund 48 Stunden. Wenn eine Schuppung auftritt, dann oftmals zwischen dem dritten und fünften Tag. Diese Effekte können problemlos mit Make-up kaschiert werden. Der Behandlungserfolg zeigt sich in der ­Regel nach der zweiten oder dritten Sitzung. 

Autor: Dr. med. Vassiliki Bekou ist Fachärztin für Dermatologie und Venerologie bei Medbase Kreuzlingen.