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14. April 2014

P-I-C-K-E-L-H-A-R-T

Die «Bohne, Bluescht & Berger»-Bloggerin kämpft mit extrem verdichtetem Boden. Gefragt wäre jetzt Herzensmann-Manpower. Oder doch ein Wollschwein?

Pickel mit steinhartem Boden
Hier sind Muckis gefragt!

Andere Leute nennen noch nicht einmal einen Blumentopf ihr Eigen. Und ich, mit 600 Gartenquadratmetern sozusagen Grossgrundbesitzerin, wage es, zu jammern. Aber doch, ich tus. Denn die 22 Quadratmeter Land, die mir durch das Fällen unserer grossen Thujahecke im Herbst sozusagen in den Schoss gefallen sind, entpuppen sich als Danaergeschenk. Das ist ein Präsent, das sich gemäss den alten Griechen als unheilvoll und schadenstiftend erweist. Und das äussert sich bei mir in heftigem Muskelkater und Bläuele an den Schienbeinen, von den «Blatern» an den Händen gar nicht zu reden.

Mein Danaergeschenk ist nämlich P-I-C-K-E-L-H-A-R-T, und dies selbst für einen Pickel: Lehm ohne Ende, Steine zuhauf, Betonbrocken – keine Ahnung, wie unsere elf Meter Thuja da überhaupt existieren konnten. Ja, selbst alte Bierflaschen habe ich bei meinen ersten Pickelvorrecherchen gefunden. Dazu muss man wissen, dass unser Grundstück vor rund 45 Jahren sozusagen herangetraxt wurde, damals, in der guten alten Zeit, als auch die Traxfahrer noch während der Arbeit ab und zu ein Bierchen zischten. Und hier soll mal Spalierobst gedeihen? Wo doch jede Art von Obst – sei es nun als Spalier, in Säulen- oder Baumform – einen tiefgründigen, humusreichen Boden verlangt. Daran ändert auch der grünste aller grünen Daumen nichts!

Einen Moment lang habe ich mir drum überlegt, unsere vier Hühner als Arbeitskolonne einzuspannen. Schliesslich haben sie in ihrem Hühnerhof auch alles Unterste zuoberst gescharrt. Nur befürchte ich, dass es hier mehr braucht als vier HS sprich Hühnerstärken. Aber vielleicht gibt es ja irgendwo ein Wollschwein (rent-a-pig statt rent-a-duck) zu mieten? Oder einen Presslufthammer?

Der Vorteil eines Presslufthammers (50 PS? 100 PS? 200 PS?) wäre, dass ich damit wohl meinen Herzensmann dazu bringen könnte, mir helfend unter die Arme zu greifen. Nachdem er mir respektive unseren vier Hühnern verdankenswerterweise einen formidablen Stall gebaut hat, weigert er sich zurzeit nämlich, etwas Schwereres als eine Schraube in die Hand zu nehmen. Da nützt auch all mein Gejammer von wegen «Blatern» und Muskelkater nichts: Er bleibt – P-I-C-K-E-L-H-A-R-T!

Habt Ihr eine Idee, wie Frau Bohnebluescht ihre Lehm- und Steinwüste urbar machen kann? Teilt Eure Meinung in einem Kommentar mit, oder erstellt einen eigenen Artikel inklusive Fotos (Infos zu beidem siehe rechts).

Autor: Almut Berger

Fotograf: Almut Berger