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07. April 2014

Peugeot 308: Französische Revolution

Die Titel «Auto des Jahres 2014» und «Schweizer Auto des Jahres 2014» trägt der Peugeot 308 schon. Ob zu Recht, überprüft Familie Beer aus Einsiedeln SZ im Alltag.

Familie Beer rund um einen weissen Peugeot 308
Picknick mit Franzose: Familie Beer aus Einsiedeln SZ entführte den Peugeot 308 ins Tessin und an den Sihlsee. Von links: Sophie, Rachel, Louis und Daniel.

Unsere Fahrt ins Tessin dauerte so lange wie sonst, aber kam uns im 308 nur halb so lang vor», sagt Rachel Beer (36) nach einer Woche mit dem Peugeot: «Da merkt man, wie traumhaft er sich fährt.» Offenbar geht es der Einsiedler Familie wie den nationalen und internationalen Fachjurys, denen der 308 die Auto-des-Jahres-Titel verdankt.

Grandios ist das riesige Glasdach des Peugeot 308.
Grandios ist das riesige Glasdach des Peugeot 308.

Aber der Reihe nach. «Formidable», meint Rachel Beer zum Design: «Zwar ist er wegen der eleganten Form hinten im Kofferraum kein Raumwunder, aber im Alltag reichts.» Begeisterung wecken bei der Kindermasseurin die Glasflächen: «Die sind so grosszügig, dass man locker ohne den praktischen Parkassistenten zurechtkommt. Grandios ist das riesige Glasdach. Das machte die Ausflugsfahrt ins Tessin für Sophie (7) und Louis (3) zum Kinobesuch.»

Im Cockpit ist alles revolutionär: Man blickt für einmal über statt durch das sehr kleine Lenkrad auf die Instrumente, und statt vieler Knöpfe gibts «nur» einen Touchscreen für Navi, Radio, Multimedia und Klimaanlage. «Die Sitzposition passt, die Bedienung ist intuitiv, und durch das kleine Lenkrad wirkt das Auto noch wendiger, als es eh schon ist», sagt Daniel Beer (39). «Und alles ist hochwertig verarbeitet.» Zum 120-PS-Dieselmotor meint der Architekt: «Weil der 308 leicht ist, reicht der durchzugsstarke Diesel und lässt sich auch flott fahren. Wir staunen über unsere nur viereinhalb Liter Testverbrauch und den leisen Lauf. Schade, gibt es ihn nicht mit Automat.» Immerhin: Neben einer Kombiversion und weiteren Motoren hat Peugeot bereits für zwei andere Motoren den Automaten nachgereicht.

Betreffend Fahrwerk meint Rachel Beer: «Straff und leichtfüssig, aber sehr komfortabel». Gar keine Kritik? «Man sitzt tiefer als in unserem Dacia Duster. Das wars.» Hört sich an, als ob der 308 überzeuge. «Unseren Dacia nennen wir seither ‹den Traktor›», lacht Rachel Beer: «Der 308 wäre ideal – allerdings als Kombi, so hätte er auch genug Laderaum für die Ferien, und das Preis-Leistungs-Verhältnis bleibt trotzdem sehr gut.» Die Kinder fragen schon dauernd: «Gell, Mami, wir kaufen so ein Glasdachauto?»

Der CO2-Verbrauch des Peugeot 308 BlueHDi

Im Jahr 2015 sollen Neuwagen in der Schweiz im Schnitt 130 g/km CO₂ ausstossen. Geht man von einer kontinuierlichen Senkung des letzten ermittelten Werts (2012: 151 g/km, siehe Grafik rechts) aus, bedeutet das für 2014 als Richtwert 137 g/km. Der Testwagen liegt mit 88 g/km klar tiefer und gar unter dem für 2021 geplanten Grenzwert von 95 g/km.

Informationen zum Bewertungssystem

Neues CO2-Emissionsgesetz

Bis 2020 sollen die Schweizer CO2-Emissionen gegenüber 1990 um 20 Prozent sinken. Seit 1. Mai 2012 gilt in der Schweiz deshalb das revidierte CO2-Gesetz für neue Personenwagen. Angewendet wird es für alle neuen PW, die seit dem 1. Juli 2012 erstmals hierzulande immatrikuliert wurden. Im Jahr 2015 dürfen die neuen Personenwagen im Schnitt maximal 130 g/km an CO2 ausstossen, was einem Norm-Gesamtverbrauch von etwa 4,9 Liter Diesel bzw. rund 5,6 Liter Benzin pro 100 Kilometer entspricht. Für Gasantriebe gelten gesonderte Bestimmungen. Bis 2020 soll der Grenzwert dann voraussichtlich auf 95 g/km gesenkt werden.

Überschreitung sanktioniert

Der Wert von 130 g/km CO2 wird stufenweise eingeführt. Im Jahr 2012 mussten ihn 65 Prozent der Neuwagen, im Jahr 2013 75 Prozent der Neuwagen erfüllen. 2014 sind es bereits 80 Prozent der neuen Personenwagen. Erreicht ein Importeur den spezifisch für ihn anhand Zielwert und Gewicht errechneten Schnitt nicht, wird die Sanktionsabgabe fällig, zum Beispiel 142,5 Franken pro Gramm ab dem vierten Gramm (1 bis 3 Gramm sind vergünstigt).

Bewertung im Migros-Magazin

Die Bewertungsgrafik im Migros-Magazin geht zwecks anschaulicherer Einstufung der Fahrzeuge von einer kontinuierlichen Senkung aus. Die Grundlage dafür ist der letzte ermittelte CO2-Durchschnitt aller Neuwagen: 151 Gramm pro Kilometer im Jahr 2012. Sinkt der CO2-Ausstoss bis zum angestrebten Ziel von 130 Gramm pro Kilometer im Jahr 2015 kontinuierlich, ergeben sich daraus unsere Zielwerte – wie etwa aktuell 137 Gramm pro Kilometer für 2014. Anhand dieses Wertes werden die von uns vorgestellten Autos im Migros-Magazin beurteilt.

Autor: Timothy Pfannkuchen

Fotograf: Holger Salach