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07. März 2016

Parkett selbst verlegen ist nicht ohne Tücken

Nichts im Haus ist so grossen Belastungen ausgesetzt und muss so lange halten wie Böden. Schon allein deshalb betraut man am besten eine Fachperson mit dem Verlegen von Parkett. Doch auch für Bauherren, die selbst Hand anlegen wollen, gibt es Möglichkeiten.

selbst zu verlegen: Parkett
Nicht immer leicht selbst zu verlegen: Parkett. (Bild iStockphoto)

Rund sechs Millionen Quadratmeter Parkett werden jährlich in der Schweiz verlegt. Damit nehmen Parkettböden in der Beliebtheitsskala den zweiten Rang ein: Nur Spannteppiche sind noch gefragter.

Parkett kann auf drei Arten verlegt werden. In rund 80 Prozent der Fälle wird Parkett verklebt. Dabei appliziert ein Boden-Parkettleger einen lösemittelfreien Klebstoff auf dem Untergrund und legt den Parkett Stück für Stück darauf, sodass er sich nicht verschieben kann.
Das Kleben ist eine Aufgabe für den Fachmann, weil der Untergrund eben, fest und trocken sein muss. «Wird Parkett auf einen feuchten Untergrund verlegt, kann dies zu teuren Schäden führen», sagt Daniel Heusser, Geschäftsführer von Boden Schweiz, dem Verband schweizerischer Fachgeschäfte für Bodenbeläge. Deshalb misst der Boden-Parkettleger vor dem Verkleben die Feuchtigkeit des Untergrunds und trocknet ihn, falls nötig, mit einer Trocknungsmaschine. Zudem ist er für Schäden haftbar: Boden-Parkettleger geben auf Material und Arbeit fünf Jahre Garantie.

Die schwimmende Verlegung kommt bei Renovationen infrage, wenn der Untergrund entweder brüchig ist oder sich sehr viele Klebstoffrückstände darauf befinden. Die Elemente werden auf eine Zwischenschicht gelegt und lediglich miteinander, nicht aber mit der Zwischenschicht zusammengefügt. In alten Häusern wird Parkett bei der Erneuerung gelegentlich auf eine Holzunterkonstruktion genagelt oder geschraubt.

Für Nebenarbeiten und Nebenräume geeignet

Bodenbeläge müssen hohen Anforderungen genügen, schliesslich sind sie der Bauteil eines Gebäudes, der am meisten beansprucht wird. Die meisten Bauherren entscheiden sich deshalb für gute Qualität und überlassen die Arbeiten einer Fachperson. «In der Schweiz ist der Do-it-Markt im Bodenbereich ziemlich klein. Anders sieht es in Deutschland aus. Dort sind auch die günstigeren Laminatböden viel beliebter als bei uns», sagt Bernhard Lysser, Geschäftsleiter der Interessengemeinschaft Schweizer Parkett-Industrie (ISP).

Dennoch sieht Bernhard Lysser für Bauherren Möglichkeiten, beim Verlegen selbst Hand anzulegen: «Gerade notwendige Nebenarbeiten sind dafür geeignet. Bei Renovationen können Bauherren beispielsweise den alten Boden selber herausnehmen und entsorgen.» Anspruchsvoller wird es bei der Vorbereitung des Untergrunds, weil dessen Zustand für Laien schwierig zu beurteilen ist.

Auch Daniel Heusser rät Bauherren nicht pauschal vom Handwerken ab: «Spielt das Aussehen des Bodens keine grosse Rolle, kann er in einem kleinen Raum wie etwa im Keller oder Estrich durchaus selbst verlegt werden. Ich würde allerdings Laminat empfehlen anstelle von Parkett, denn es ist meist günstiger. Macht man beim Verlegen Fehler, ist es weniger ärgerlich.»
Sowohl Parkett als auch Laminat aus dem Do-it-Markt werden meist schwimmend im Klicksystem verlegt, da das Verkleben anspruchsvoller ist.

Die schwimmende Verlegung hat jedoch einen Nachteil, sagt Bernhard Lysser: «Zwischen Unterboden und Bodenbelag bleibt ein kleiner Hohlraum. Deshalb federt der Boden beim Betreten und gibt leicht nach. Dabei entsteht ein charakteristischer Hohlton, ein ‹Täggelen›, was einen sehr stören kann.»

BODENBELÄGE IM VERGLEICH
Material, Eigenschaften, Einsatzbereich und Preisinfos zu Teppich, Kunststoff, Parkett/Laminat, Linoleum, Naturstein/Keramik (PDF zum Herunterladen)

Autor: Karin Meier