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27. August 2012

Flach und scharf

OLED machts möglich: Die Fernseher der neusten Generation sind viel dünner und sparsamer im Energie­verbrauch als LCD-TVs – aber noch deutlich teurer.

LG-Fernseher der neusten OLED-Generation
Ein LG-Fernseher der neusten OLED-Generation. (Bild zVg)

Mit 4 Millimetern ist der OLED-Fernseher 55EM9600 von LG (siehe Bild) weniger als halb so dünn wie das iPhone  4 — bei einer Bildschirmgrösse von 55 Zoll (140 cm) ist das ganz schön beeindruckend. Wie ein Augenschein mit Samsung- und LG-Prototypen zeigt, sind die Bilder der OLED-Fernseher ausgesprochen kontrastreich, die Farben leuchtend hell, und dank eines Blickwinkels von fast 180 Grad sieht man auch von der Seite her ein einwandfreies Bild.

Technologie für papierdünne, rollbare Bildschirme

Möglich wird dies dank der organischen Leuchtdioden (OLED), die bereits seit einiger Zeit in Smartphones und Minifernsehern eingesetzt werden, und nun auch in grossen Geräten zum Einsatz kommen. Der OLED-Technologie wird eine grosse Zukunft vorausgesagt: Künftig sollen papierdünne, rollbare Bildschirme mit der gleichen Technologie auf den Markt kommen. Diese dürften sich vor allem für mobile Geräte als praktisch erweisen — zum einen, weil man so auf kleinstem Raum ein grosses Display mitnehmen kann, und zum anderen, weil diese OLED weniger Energie verbrauchen als herkömmliche Bildschirme.

Doch erst einmal kommen in diesem Herbst die ersten grossformatigen OLED-Fernsehgeräte. Sie werden anfangs sehr teuer sein: 7000 bis 9000 Franken soll ein 55-Zoll-Modell kosten. Doch sollten die Preise ebenso zusammenfallen wie bei den LCD-Fernsehern, werden bald auch die ultraflachen OLED zu vernünftigen Preisen erhältlich sein.

Und die LED-TVs?

Nicht zu verwechseln sind die neuen OLED-Fernseher mit den bereits erhältlichen sogenannten LED-TVs: Letztere sind LCD-Bildschirme, die mit einer LED-Hintergrundbeleuchtung arbeiten. OLED-TVs hingegen benötigen keine Hintergrundbeleuchtung mehr, da sie mit selbst leuchtenden Dioden ausgerüstet sind.

Aus diesem Grund können die OLED-Fernseher viel flacher gebaut werden als alle anderen Fernseher. Die ersten Modelle werden 4 bis 6 Millimeter tief sein, künftig noch viel weniger.

Bisher haben die beiden südkoreanischen Hersteller Samsung und LG je einen 55-Zoll-OLED-Fernseher angekündigt. Sony und Panasonic haben indes eine Kooperation beschlossen, um gemeinsam OLED-Fernseher zu entwickeln.

Autor: Felix Raymann