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29. Juli 2013

Ötztal: Selfness heisst die neue Wellness

Das Tiroler Hotel Ritzlerhof bietet als Vorreiter die Möglichkeit, biologisches Alter und den Gesundheitszustand zu analysieren und mehr über den eigenen Körper und Geist zu erfahren. Dazu finden Sie hier mit Bade- oder Spielwelten sowie Riverrafting die besten Tipps zum Ötztal.

Das Hotel Ritzlerhof
Das Ötztaler Hotel Ritzlerhof auf der westlichen Talseite. (Bild zVg)

Wer auf der Suche nach einem Wellnesshotel ist, sollte sich für ein Selfnesshotel entscheiden. Der Seeländer Informatiker Christoph Marti und seine Frau Anne haben vor einem halben Jahr ihren «Ritzlerhof», hoch über dem Tiroler Ötztal, eröffnet — 55 Kilometer vor Innsbruck.

Der «Ritzlerhof» ist Tirols erstes Selfnesshotel, mit 48 Zimmern und Suiten (Kinder ab 12 Jahren, das kleinste Doppelzimmer kostet ab 78 Euro pro Person inklusive Halbpension, Zvieri und Zugang zum Spa). Selfness heisst, sich mit dem eigenen Körper, Geist und der Seele auseinanderzusetzen und so mehr über sich selbst zu erfahren. Beispielsweise dank einer Lebensfeuermessung, die 24 Stunden lang die Herzfrequenz aufzeichnet und danach das biologische Alter errechnet und zeigt, ob man vor einem Burn-out-Syndrom steht oder vor Vitalität strotzt. Kostenpunkt inklusive Beratung und Auswertung: 189 Euro.

Vor wenigen Tagen hat der «Ritzlerhof» auf dem Hochplateau über dem kleinen Tiroler Ort Sautens (900 Meter über Meer) einen kleinen Aussenpool mit Holzterrasse eröffnet. Zu Selfness gehören auch zwei Restaurants mit regionaler Küche (Kräuter aus dem Garten), Yogaworkshops, Mentaltraining oder Joggen mit Spa-Manager René Kricker. www.ritzlerhof.at

Das Ötztal lockt mit zahlreichen Attraktionen

Die lohnendsten Ausflüge im Überblick: Die Area 47 gilt als Europas verrückteste Spielwiese, das Thermalbad Aqua Dome zählt zu den besten seiner Art, und am Piburger See wähnt man sich in Kanada.

Die Wasser-Sprungschanze
Die 27 Meter hohe Wasser-Sprungschanze.

Das 65 Kilometer lange Ötztal, rund 50 Kilometer vor Innsbruck, ist Heimat einer Vielzahl von Attraktionen. Für die meisten Superlative sorgte in jüngster Zeit die Area 47, die sich mal «Europas trendigste, verrückteste und sportlichste Spielwiese», mal genauso frech «ultimativer Freizeitpark in Tirol» nennt. Dieser befindet sich am Eingang des Ötztals, eröffnete im Mai 2010 und lockte 2012 über 300 000 Besucher an, obwohl der Freizeitpark mit über 100 Angestellten nur von April bis Ende September offen ist.

Der Hochseil-Klettergarten
Der Hochseil-Klettergarten in der Area 47.

Besonders beeindruckend ist der 20'000 Quadratmeter grosse Wasserbereich mit einem Badesee (Wassertemperatur momentan 23 Grad), einer Rutschbahn (Tempo bis 80 km/h) und einer 27 Meter hohen Schanze für Sprungakrobaten.
Ebenfalls auf einer Höhe von 27 Metern befindet sich ein Klettergarten, wo man den «Flying Fox» ausprobieren kann. Herzstück bildet jedoch der Bereich Riverrafting und Canyoning. Anfänger versuchen sich auf dem Inn, Fortgeschrittene auf der wilden Weltcupstrecke der Ötztaler Ache. Als Weltpremiere kann man in der Area 47 zudem Elektro-Motorbikes ausprobieren, die erst nächstes Jahr auf den Markt kommen. Wichtig: Die Aktivitäten sollte man so früh wie möglich reservieren, denn sie sind am Wochenende meist ausgebucht. Besonders Frühe sollen offenbar jetzt schon Buchungen für 2014 platzieren.

Die grosse Badewelt des Aqua Dome
Die grosse Badewelt des Aqua Dome.

Im Freizeitpark kann man auch übernachten. Ein Bungalow kostet beispielsweise 36 Euro pro Person – inklusive Frühstück. Das bringt dann einen Vorteil, wenn man an der grössten Schaumparty Europas teilnehmen möchte, die dieses Jahr am 21. Juli stattgefunden hat. 47 heisst die Area übrigens nicht, weil man schon mindestens 47 Mal da gewesen sein muss, um alles erlebt zu haben, sondern weil sich die Attraktion am 47. Breitengrad befindet.
Details und Reservationen unter www.area47.at Tiefer im Ötztal, im Dorf Längenfeld, befindet sich die Tiroler Therme Aqua Dome. Ein erster Tipp: Bei schönem Wetter hat man viel mehr Platz als bei Regen, und wer im gleichnamigen Vier-Sterne-Hotel übernachtet, hat exklusiv Zugang zum Spa 3000, das seit Dezember 2012 offen ist. Dieser ist weniger frequentiert und bietet eine atemberaubende Aussicht auf die ganze Anlage, die Bergwelt und das Ötztal.

90 Meter lange Rutschbahn
Die 90 Meter lange Rutschbahn in der Area 47.

Die Möglichkeiten zu saunieren sind in der gesamten Anlage immens. Für Kinder und Familien gibts eine eigene Wasserwelt mit zwei Schwimmbecken und einer 90 Meter langen Rutschbahn.
Speziell beim Aqua Dome sind die Öffnungszeiten: täglich von 9 bis 23 Uhr, wobei die futuristisch anmutenden Bauten abends beleuchtet werden. Jeden Freitag gibt es zudem Mondscheinbaden. Dann haben Therme und Sauna sogar bis um Mitternacht geöffnet.

Kräuterduft in der Sauna
Kräuterduft in der Sauna.

Aqua Dome hat zudem eine medizinische Abteilung mit Gesundheitscheck sowie einen Fitness(Kraftraum mit Laufbändern)- und-Beauty-Bereich, eine Physiotherapie und eine Pedicure und Manicure. Wer Hunger hat, bestellt sich bei «Front Cooking» das gewünschte Essen im Bademantel. Der Eintritt in die Therme kostet für drei Stunden ab 18.50 Euro, für eine Tageskarte bezahlt man mindestens 25 Euro.
Infos unter www.aqua-dome.at

Wer es noch ruhiger mag, sollte zum Piburger See wandern. Er befindet sich eine gute halbe Stunde vom Hotel Ritzlerhof in Sautens entfernt und damit zwischen der Therme und der Area 47. Die Ufer des idyllischen Sees sind meist steil und teils felsig. Die Szenerie erinnert an Kanada. Am Südende befindet sich eine Badeanlage mit grossen Liegeflächen aus Holz. Um den See verläuft ein Rundweg durch den Wald (Jogger: Vorsicht vor Wurzeln).

Ansonsten ist das Ötztal bei Kletterern bekannt und dank Sölden ( www.soelden.com ) bei Skifahrern (immer mehr reisen aus Russland an). Das Ötzidorf in Umhausen geht auf die 1991 gemachte Entdeckung des Mannes aus Eis ein – eben Ötzi genannt. In Umhausen gibt es auch einen Badesee.
Infos zum Ötzidorf unter www.oetzi-dorf.at

Wasser-Sprungschanze in der Area 47
Die Wasser-Sprungschanze in der Area 47 kann auch von oben bestaunt werden.


Übrigens:Wer alle diese Attraktionen sehen möchte, sollte sich die Ötztal-Karte kaufen. Der Aqua Dome kann einmal pro Karte frei genutzt werden, die Area 47 ebenso, und zu Bergbahnen und Liften hat man mit der «Ötztal Card» direkten Zutritt durch das Drehkreuz. Pro Karte kann man zudem einmal ein Moutainbike gratis mieten. Die Ötztal-Karte kostet für drei Tage bis zum 22. September 49 Euro für Erwachsene, für Kinder bis Jahrgänge 1998 bis 2006 24 Euro (Jüngere sind gratis).

Autor: Reto Wild

Fotograf: Reto Wild