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24. August 2015

No Souvenirs!

Die Gartenbloggerin ist diesmal ganz ohne Grünzeug im Gepäck aus den Ferien zurückgekehrt. Wenn auch schweren Herzens.

Oleander
Durften alle nicht mit in die Schweiz: der Oleander,...

In diesem Urlaub war ich für ein Mal enthaltsam. Zumindest was den Kauf von Souvenirs aus der Pflanzenwelt angeht. Und das ist vernünftig so, hier und jetzt und mit etwas Abstand besehen. Während der letzten Wochen musste ich aber mehr als ein Mal und hart mit mir ringen, das dürft Ihr mir glauben.
Zu meinen Ferienhighlights – vor allem wenn diese ännet der Grenze stattfinden – gehören nämlich nicht nur die, die in den offiziellen Reiseführern aufgelistet sind. Neben all den gotischen Kirchen, römischen Aquädukten und barocken Schlössern interessiert mich auch das, was oft und gern auf dem Weg hin zu diesen anzutreffen ist, sprich Gärtnereien respektive Gartencenter.
Habe ich mal ein entsprechendes Schild – «plant nursery», «centro di giardinaggio», «plantskola» oder heuer vor allem «jardinage» – an der Strasse entdeckt, ist umgehend ein «wirklich nur ganz, ganz kurzer» Boxenstopp fällig, da mögen Herzens- und Sohnemann noch so mit den Augen rollen (das Versprechen auf eine Glace ist übrigens ein bewährtes Mittel gegen männliches Augenrollen, dies als Nebenbemerkung).

Item: Steh ich erst einmal in der «plant nursery», «plantskola» «jardinage» oder im «centro di giardinaggio», entdecke ich meist (meist? immer!) irgendetwas Nettes, was sich bestens im Bohnebluescht-Garten machen würde. Und schon stecke ich in der Bredouille, die da lautet: poschten, oder nicht poschten, oder ein bisschen poschten?
Sind wir mit dem Flugzeug angereist, beschränkt sich das Volumen (und die Grösse) von selbst. Sind wir per Auto da, weitet sich der Spiel- respektive Laderaum schon um einiges aus. Und fahren wir per Wohnmobil (WoMo) ein – tja, da muss ich wohl nicht mehr sagen. Ausser vielleicht, dass die meisten WoMos über eine sogenannte Garage verfügen, in der man Velos, Liegestühle oder eben auch all das, was der Gärtnerin Herz höher schlagen lässt, verstauen kann.
Dass ich nun trotzdem nichts geposchtet habe, hat drei Gründe:

Erstens hatte ich bei unserer vorletzten WoMo-Reise die Nerven meines Herzensmanns ziemlich überstrapaziert, und das wollte ich kein zweites Mal riskieren.
Zweitens war heuer der Grossteil der WoMo-Garage bereits von Sohnemanns «Super-schöne-Steine-Muscheln-Wurzel-Sammlung» belegt, und …
… drittens hab ich mehr als ein Mal meine (bitteren) Erfahrungen damit gemacht, dass das, was in seiner (immer warmen) Heimat oft unkrautgleich wuchert, in unserer (demnächst wieder kalten) Heimat früher oder später den Schirm zumacht. Einfach, weil wir dem Grünzeug nur einen stockdunklen, feuchten und spinnmilbenverseuchten Keller als Winterquartier bieten können.
Und drum stehen der Oleanderbusch, das Zitronenbäumli und der Olivenbaum, die Ihr oben auf den Fotos seht, wohl noch immer in ihrer jeweiligen «jardinage». Und das ist vernünftig so, hier und jetzt und mit etwas Abstand besehen.
Doch wer will schon immer vernünftig sein! Und drum habe ich beschlossen, erstmals in meinem Leben Lotto zu spielen: Sollte ich ein paar Hundert Tausender gewinnen, leiste ich mir einen Wintergarten – und ein eigenes Wohnmobil mit extragrosser Garage. Welche Zahlen soll ich ankreuzeln?

Autor: Almut Berger

Fotograf: Almut Berger