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06. Mai 2013

Nichts für Gfrörli

Die Sonne heizt im Frühling bereits kräftig ein. Doch wer sich jetzt ins kühlende Nass wagt, trifft auf frostige Temperaturen.

Jugendliche am Vierwaldstättersee
Jugendliche am Vierwaldstättersee lassen sich die Badelust vom eiskalten Wasser nicht nehmen.(Bild: Keystone)

Wie wirkt eiskaltes Wasser auf den Körper, und wie gefährlich ist ein Sprung in derzeit noch kalte Seen oder Flüsse? «Wasser entzieht dem Körper die Wärme viel schneller als Luft», erklärt Prisca Wolfensberger (43) von der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft. «Das merkt man, wenn man nass aus der Dusche kommt und anfängt zu frieren. Wenn wir in kaltes Wasser steigen, reagiert der Körper blitzschnell: Blutgefässe und Muskulatur ziehen sich zusammen, die Atmung beschleunigt sich rapide.» Für untrainierte Schwimmer besteht die Gefahr von Muskelkrämpfen und Hyperventilation (Sauerstoffmangel bei schneller, flacher Atmung). Als oberstes Gebot in solchen Situationen gilt: Ruhe bewahren und versuchen, bewusst langsam zu atmen.

Prisca Wolfensberger empfiehlt: «Langsam ins Wasser steigen und bedächtig schwimmen, da der Körper die Energie braucht, um sich warm zu halten. In Ufernähe bleiben und mindestens zu zweit sein.» Trotz der angebrachten Vorsicht empfiehlt die Lebensretterin das kalte Bad wärmstens: «Es ist gesund. Man muss halt einfach trainieren. Dabei hilft auch kaltes Duschen.»

Ab 18 Grad Wassertemperatur kann man seinen Kindern das Freibad problemlos zumuten, sagt Prisca Wolfensberger. Aber auch Kinder, die schon bei 16 Grad ins Wasser wollen, können das getrost tun: «Bis 15 Grad gilt die Faustregel: Pro Grad höchstens eine Minute am Stück im Wasser bleiben.» Bei höheren Temperaturen gehört man spätestens dann an die Wärme, wenn man auch innerlich anfängt zu frieren.

Übrigens: Es ist wissenschaftlich nicht geklärt, woran es liegt, dass die einen schon bei 15 Grad Badefreuden geniessen, während andere auch 23 Grad warmes Wasser noch als Zumutung empfinden.

Autor: Andrea Fischer Schulthess