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28. Dezember 2015

Neujahrswunsch per SMS?

Diese Woche beantwortet Migros-Magazin-Kolumnist Philipp Tingler auf die Frage, ob es unmanierlich sei, Neujahrsgrüsse per SMS zu versenden. Was tun Sie?

Neujahrswunsch per SMS?
Beste Wünsche, Beweis von Multitasking-Skills oder schlicht ein Austausch von Banalitäten?

«Stellt sich die Frage der Manierlichkeit einer Handlungsweise noch, wenn Hunderttausende ihr nachgehen?
Ja, erst recht! Neujahrsgrüsse per SMS werden rege praktiziert, sind aber eben deshalb etwas glanzlos und also verpönt, besonders wenn es sich um unpersönliche Gruppentexte handelt. Neujahrswünsche sind an sich schon eine Banalität, und – auf diese Weise versandt – werden die Grüsse geradezu zur Störung.

Denn für den gesellschaftlichen Umgang gilt: Banalitäten müssen entweder geistreich präsentiert werden oder unterbleiben.
Insofern besteht für Neujahrswünsche per SMS auch keinerlei Antwortverpflichtung. Denn die persönliche Zuwendung bewegt sich hier ungefähr auf dem Niveau, wie wenn einen jemand aus dem Taxi anruft – ­zwischen Videokonferenz und Pilatesstunde, um zu fragen, wie es geht: Man spürt die Sympathie, vor allem aber das Multitasking.»

UND AUF WELCHEM WEG SENDEN SIE NEUJAHRSWÜNSCHE?
... per SMS, Whats App oder nach Tradition per Postkarte?

Verraten Sie es in einem Kommentar.

Autor: Philipp Tingler

Illustrationen: Andreas Klammt