Archiv
12. Januar 2015

Neue Facebook-AGB: Mehr Überwachung

Ab Februar weiss Facebook, was Sie online einkaufen und wo Sie sich aufhalten. Das Ziel: noch persönlichere Werbung zu schalten. Wer dies nicht will, der muss in die Trickkiste greifen. So wehren Sie sich.

Die neuen Facebook-AGB verschlechtern die Privatsphäre.
Nicht süss: Mit Cookies sieht Facebook, was Nutzer nicht sehen (Bild: Plainpicture, PD).

Sieben Seiten und 3750 Wörter umfassen die neusten Facebook-Nutzungsbedingungen , die am 30. Januar in Kraft treten. Diesen müssen Nutzerinnen und Nutzer nicht zustimmen. Wer sich ab Februar beim sozialen Netzwerk einloggt, tut dies dennoch – auch ohne nur eine Zeile davon gelesen zu haben. Es ist nicht möglich, die Erklärung oder einzelne Punkte abzulehnen.

Zusammengefasst nimmt sich Facebook das Recht heraus, persönliche Daten seiner Kundschaft noch genauer auszuwerten. Ziel und Zweck ist es, für jede Nutzerin und jeden Nutzer die passende Werbung einzublenden. Ab Februar ist das soziale Netzwerk teilweise fähig, besuchte Webseiten und genutzte Apps ausserhalb des Facebook-Universums auszuwerten. Zudem werden neu Standortinformationen eingebunden: Es ist also möglich, in Zukunft Werbung für Orte wie Restaurants oder Schuhläden aus unmittelbarer Umgebung zu sehen.

Beides lässt sich einschränken: Um Letzteres zu verhindern, untersagen Sie der Facebook-App auf Ihrem Handy den Zugriff auf die GPS-Funktion. Das klappt beim iPhone, indem Sie unter «Einstellungen / Datenschutz / Ortungsdienste / Facebook» auf «Nie» stellen. Android-Nutzer gehen zu «Einstellungen / Standortzugriff» und stellen den Schieberegler auf «Aus». Leider ist es bei diesem Betriebssystem standardmässig nicht möglich, einzelnen Apps den Zugriff zu unterbinden. Diese Hürde lässt sich allerdings mit dem Permission Manager überspringen (nur fortgeschrittenen Anwendern empfohlen).

Möchten Sie Facebook ausserdem untersagen, auf Website- und App-Daten zuzugreifen, surfen Sie zur European Digital Advertising Alliance . Dort lässt sich mit einem Mausklick die nutzungsbasierte Onlinewerbung verweigern. Laut Facebook genügt die einmalige Ausführung des Befehls – auch wenn Facebook an mehreren PCs oder Handys genutzt wird.

Halb so schlimm, denken Sie? Mithilfe der Privacy Awareness App können Sie testen, was das soziale Netzwerk alles über Sie weiss.

Autor: Reto Vogt