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10. Juni 2014

Spionagejahr

Edward Snowdon
Edward Snowdons Gang an die Öffentlichkeit veränderte die Politik – und auch den Umgang der Menschen mit ihren Daten? (Bild: Keystone)

Es ist auf den Tag genau ein Jahr her seit Edward Snowden an die Öffentlichkeit ging und sich als Enthüller der weltweiten Überwachungsaffäre zu erkennen gab. Es ist Snowden allein zu verdanken, dass die Welt über die Tätigkeiten des Geheimdiensts NSA so detailliert Bescheid weiss. «Ich will nicht in einer Gesellschaft leben, die so etwas macht», begründete er damals seinen Entscheid.

Snowdens Handeln hatte grosse Auswirkungen auf die Gesellschaft: Das Bekanntwerden der tiefgreifenden Spionage durch die Vereinigten Staaten hiess für manche Anwender, sich zu hinterfragen, wie sie das Internet künftig nutzen sollten. Die meisten machten sich vor dem 9. Juni 2013 null Gedanken darüber, welche Informationen sie im Internet veröffentlichen oder welche Dienste sie nutzen.

Ein gesteigertes Bewusstsein im Umgang mit privaten Daten lässt sich noch nicht feststellen – viel wichtiger ist jedoch, dass die Politik die Problematik versteht. Sie als Einzige hat die Instrumente in der Hand, gegen die flächendeckende Überwachung vorzugehen. Und in diesem Bereich lassen sich in der Schweiz glücklicherweise Verbesserungen feststellen. Noch vor Jahresfrist wäre es undenkbar gewesen, dass sich Parlamentarier wie Nationalrat Balthasar Glättli exponiert und ihre Standort- und Telekommunikationsdaten veröffentlicht hätten, um auf die Problematik der Überwachung hinzuweisen.

Gibt es fatales Material von Ihnen im Netz? Erzählen Sie uns Ihre Geschichte in einem Kommentar.

Autor: Reto Vogt