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19. Mai 2014

Jammersänger

Legale Downloads müssen möglich bleiben
Legale Downloads müssen möglich bleiben (Bild: Shutterstock).

Wer in der Schweiz Musik oder Filme herunterlädt, macht sich nicht strafbar. Ganz egal, welche (seriöse oder dubiose) Quelle dafür angezapft wird. Verboten ist lediglich, selbst urheberrechtlich geschützte Titel zum Download anzubieten. Konsumenten bezahlen dafür beim Kauf von Festplatten, MP3-Spielern, leeren CDs etc. einen Batzen an die Branche. An dieser Gesetzgebung hält der Bundesrat seit Jahren fest und bestätigte sie zuletzt 2011.

Spätestens in zwei Wochen ist es wieder so weit: Unsere Regierung wird erneut Stellung beziehen müssen und wahrscheinlich bei der bewährten Praxis bleiben. Die Empfehlungen der Plattenlabels reichen von der Kontrolle der Nutzer über die Einführung einer weiteren Gebühr bis hin zur Blockierung von Websites mit illegalen Inhalten.

Dieses Massnahmenpaket würde alle Internetnutzer unter Generalverdacht stellen und ist deshalb die falsche Herangehensweise. Schweizerinnen und Schweizer sind nämlich bereit, für Musik und Filme zu bezahlen. Das beweisen die Dienste Spotify und Netflix, wo Kunden für einen fairen Monatsbeitrag beliebig viele Musikstücke und Filme herunterladen dürfen, oder der erfolgreichste MP3-Downloadshop der Schweiz von ExLibris.

Statt zu jammern, Überwachung und Zensur zu fordern, sollte die Musik- und Filmbranche an innovativen Vertriebsmodellen arbeiten, welche die Konsumenten überzeugen, statt sie zu kriminalisieren.

Wie besorgen Sie sich Musik und Filme? Diskutieren Sie mit!

Autor: Reto Vogt