Archiv
12. Mai 2014

Datenbazar

Handy mit einem anonymen Login.
Wer sich im Netz einloggt, muss damit rechnen, dass seine Daten verwendet werden.

Manchmal nervts! Nur um eine App auszuprobieren oder sich bei einem Dienst im Web anzumelden, muss man ein mühseliges Registrierungsprozedere über sich ergehen lassen: E-Mail-Adresse angeben, Bestätigungsnachricht öffnen, Link anklicken, einloggen … Da überlegt man sich schon, es gleich bleiben zu lassen. Zum Glück erlöste uns Facebook-Chef Mark Zuckerberg von dieser Prozedur, indem er das Facebook-Login kreierte. Das schien was Cooles zu sein: Ein Mal klicken, und schon war man überall im Netz eingeloggt.

Doch der Schein trügte. Wer diese Möglichkeit nutzte, überliess seine bei Facebook gespeicherten Daten jedem Drittanbieter. Logisch, dass das Login in diesen Kreisen gut ankam und fleissig genutzt wurde. Schliesslich hatten Websitebetreiber und Appentwickler fortan Zugriff auf Geburtstage, Wohnorte und Vorlieben ihrer Kundschaft, kannten die Freundeslisten und durften sogar Werbung in die Timelines ihrer Nutzer posten.

Damit ist jetzt Schluss, weil bei Facebook endlich ein Umdenken stattfindet. Mark Zuckerberg hat eine anonyme Variante des Facebook-Logins angekündigt, bei der die Nutzer selbst entscheiden, wer auf welche Daten zugreifen darf. Trotz alledem handelt das soziale Netzwerk auch aus eigenem Interesse: So liegen die Daten nur noch beim Unternehmen, wodurch ihr Wert steigt. Immerhin haben es jetzt die Nutzer wieder selbst in der Hand, wem sie welche Informationen geben.

Leichtes Login, schwere Folgen? Diskutieren Sie mit!

Autor: Reto Vogt