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06. Januar 2014

Narzissmus.ch

Sogar US-Präsident Obama schiesst gerne Selfies
Sogar US-Präsident Obama schiesst gerne Selfies (Bild: AFP).

Egal ob vor dem Eiffelturm, auf der Rambla, beim Konzert oder einfach nur daheim vor dem Spiegel: Menschen fotografieren sich immer öfter selbst und stellen das Bild direkt nach dem Schnappschuss auf Facebook. Der Trend ist mittlerweile so verbreitet, dass der Oxford Dictionary dessen Bezeichnung «Selfie» gleich zum Wort des Jahres 2013 kürte.

Bei Selfies gehts um nichts anderes, als sich selbst im Internet zu zeigen. Und das natürlich nur von der Schoggiseite. Denn das einzige Ziel sind haufenweise Gefällt-mir-Klicks und Komplimente von Facebook-Freunden, wie hübsch, sexy, zuckersüss oder cool – im Optimalfall noch mit ­einem <3 garniert – man auf diesem Bild doch wieder aussehe.

Ob die Selbstdarstellung im Internet eine negative Entwicklung ist? Gewiss nicht. Schon seit Jahrhunderten wollen Menschen erstens gut aussehen und zweitens dafür gelobt werden. Und bevor wieder alle den sozialen Medien oder den Smartphones die Schuld in die Schuhe schieben wollen: Die Technik hat den Narzissmus nicht erfunden. Den gibts schon seit dem Mittelalter, als sich Künstler selbst auf Öl pinselten oder in Stein hauten.

Übrigens schiessen Selfies nicht nur Teenies! Auch Politiker wie Barack Obama oder Angela Merkel und sogar der Papst posierten bereits zusammen mit Fans oder Amtskollegen eine Armlänge vor dem Smartphone und drückten auf den Selbstauslöser.


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Autor: Reto Vogt