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11. August 2014

Die Geisseln der Gärtner? Nachbarn!

Die «Bohne, Bluescht & Berger»-Bloggerin wagt sich an ein heikles Thema, will sich dabei aber nicht in die Nesseln setzen.

Maschendrahtzaun
Seit Stefan Raab DAS Symbol für Nachbarschaftsstreit: der Maschendrahtzaun.

Dem nicht mehr ganz so jungen Gemüse hier auf dem Blog mag Stefan Raabs «Maschen-Draht-Zaun»-Song, ein Nummer-Eins-Hit aus dem Jahre 1999, noch ein Begriff sein. Auslöser für den Song war ein tatsächlich geschehener Nachbarschaftsstreit um einen wuchernden Knallerbsenstrauch und einen in der Folge malträtierten Maschendrahtzaun.

Knallerbsensträucher hat nicht jeder Gärtner, einen Maschendrahtzaun hingegen so mancher und Nachbarn sowieso. Und die allein sind schon ein Problem per se. Glaubt Ihr nicht? Dann gebt mal auf Google die beiden Suchbegriffe «Nachbar» und «Streit» ein und staunt über die Abgründe, die sich da vor Euren Augen auftun! Die Foren sind voll von Menschen, die sich von ihren Nachbarn gemobbt, gepiesackt, schikaniert, gequält fühlen («Nachbarn» sind übrigens immer nur die anderen, genauso wie in den Ferien immer nur die anderen «Touristen» sind, aber das nur als Nebenbemerkung).

Drum zurück zu den «Nachbarn» respektive jenen, die über sie lamentieren: Da wird über den Schattenwurf von zum Himmel wachsenden Bäumen genauso gemotzt wie über stinkende Komposthaufen (ob die auf meine selbst angesetzte Brennnesseljauche anspielen?). Rasenmähen am Feierabend sorgt ebenso für dezibelstarke Diskussionen wie ein weiterer Dauerbrenner, nämlich die Frage, ob man auf dem Balkon auf Kohle grillieren darf.

Weitere Hotspots sind:

- sich im Gemüsebeet versäubernde Katzen
- Fallobst, das auf der falschen Zaunseite runtergefallen ist
- das Verbrennen von Laub
- das Am-Sonntag-Wäsche-Aufhängen auf der Terrasse (BHs!)
- Kindergeschrei im und ausserhalb des Sandkastens
- illegal (!) erstellte Fertiggartenhäuser und deren Grenzabstände
- Grenzabstände per se
- vor 5 Uhr krähende Güggel sowie nach 23 Uhr quakende Frösche
- die Höhen respektive Breiten von Zäunen respektive Hecken
- das (absichtliche!) Setzen von allergieauslösenden Pflanzen
- überhängende Äste (oder das Entfernen solcher)
- verschwundene Grenzsteine und Grenze per se
- Harzschäden auf parkierten Autos

Oder – und das ist mein Lieblingslamento – der über den Gartenschlauch des Nachbarn gestolperte Nachbar, der jetzt Schmerzensgeld verlangt.
Wer nun aber hofft, ich würde mich in die Nesseln setzen und hier ebenfalls zu lamentieren beginnen, den muss ich enttäuschen. Nur so viel: Unter den oben genannten Beispielen sind zwei, die sich so oder ähnlich im Einzugsgebiet des «Bohnebluescht»-Gartens zugetragen haben. Welche? No comment, schliesslich will ich nicht irgendwann wie die beiden (keine Zürcher Oberländer zum Glück, sondern Australier) Nachbarn enden, die mit Kettensäge und Machete in der Hand vor ihren Häusern zum Showdown antraten...

Nachgeben oder in den Krieg ziehen? Wie ist/wäre/war Eure Strategie, wenn der Knatsch mit dem Nachbarn zu eskalieren drohte? Outet Euch über einen Kommentar, oder erstellt einen eigenen Artikel inklusive Fotos (Infos zu beidem siehe oben rechts).

P.S.: Ein kleiner Tipp für all jene, die sich ebenfalls nicht in die Nesseln setzen, aber dennoch Dampf ablassen wollen: Kommentiert doch einfach unter einem Alias, beispielsweise «Knall Erbse» oder auch «Maschen Draht». «Stefan Raab» nenne ich mich schon!

Autor: Almut Berger

Fotograf: Almut Berger