Archiv
26. Mai 2014

«Nach aussen war er immer positiv»

Christoph Finster kämpfte zusammen mit Kevin Hediger gegen den Krebs. Er überlebte nicht. Nun setzt sich seine Mutter Claudia Finster für Betroffene ein. Lesen Sie zudem Auszüge aus Christophs Tagebuch.

Claudia Finster, die Mutter von Christoph, engagiert sich heute für eine Patientenorganisation für Sarkombetroffene.
Claudia Finster, die Mutter von Christoph, engagiert sich heute für eine Patientenorganisation für Sarkombetroffene.

Claudia Finster, Ihr Sohn Christoph starb vor knapp zwei Jahren. Wie ging er mit seiner Krankheit um?

Ein halbes Jahr bevor Christoph starb, war klar, dass ihn nur noch ein Wunder würde retten können. Aber noch fünf Stunden vor seinem Tod sagte er: «Mama, wir kämpfen, wir schaffen das.» Er war nach aussen immer sehr positiv, aber der Körper konnte nicht mehr.

Für Christoph liess sich kein passender Spender finden. Darum wurden ihm schliesslich Blutstammzellen von Ihnen transplantiert. Musste Ihr Sohn sterben, weil Sie nicht die optimale Spenderin waren?

Das weiss man nicht. Auch bei einem optimalen Spender hat man keine Garantie. Es gab Phasen, in denen man in Christophs Körper keine Krebszellen mehr nachweisen konnte. Trotzdem kam die Krankheit zurück – und war schlussendlich stärker.

Wie ging Ihr Leben nach seinem Tod weiter?

Wir haben vier Jahre unter diesem Damoklesschwert gelebt. Es gab mehr als eine Situation, in der wir dachten, jetzt könnte er sterben. Natürlich war der Schock unbeschreiblich, als es dann tatsächlich so weit war.

Wie geht es Ihnen heute?

Unser Leben wird nie mehr so sein wie vorher. Aber es ist trotzdem lebenswert. Ich betreue heute ein Projekt zur Gründung einer Patientenorganisation für Sarkombetroffene, an die sich Patienten, Angehörige und auch Ärzte wenden können. Das ist ein Stück weit Christophs Vermächtnis. Er sagte immer, er wolle etwas zurückgeben. Zudem nahm er mir das Versprechen ab, dass ich mein Leben auch ohne ihn geniesse.

www.sarkom-schweiz.ch