Archiv
19. Dezember 2016

Mutter auf Zeit verzweifelt gesucht

Eine passende Tagesmutter zu finden, ist nicht einfach – schliesslich möchte man sein Kind nur in die besten Hände geben. So kommen Eltern am schnellsten ans Ziel.

Tagesmutter mit Kind
Zwischen Kind und Tagesmutter muss der Funke überspringen (Bild: iStockphoto).

Jacke angezogen, Rucksäckchen parat, Plüschbär im Arm: Adrian (3) wartet ungeduldig im Flur. Er kann es kaum erwarten, dass man ihn zu seiner Tagesmutter bringt. Es ist kein Zufall, dass der Bub so gern zu ihr geht. Seine Eltern haben sie ganz gezielt ausgesucht.

Die besten Online-Dienste
Es gibt verschiedene Internetplattformen, die bei der Suche nach einer Tagesmutter oder einem «Hüeti» bzw. einem Babysitter helfen. DIe erste Anlaufstelle ist Kibesuisse , der Verband Kinderbetreuung Schweiz. Eltern finden dort Infos zu anerkannten Kindertagesstätten und Tagesfamilien und deren Abgrenzung zu freischaffenden Tageseltern. Ausserdem gibts Infos zu erwartenden Kosten. Wer aus einem grösseren Angebot wählen möchte, sucht unter Babysitting24.ch , Betreut24.ch , Betreut.ch oder Liliput.ch . Das sind die vier grössten und wichtigsten Portale zur Suche von Betreuungsangeboten.


«Es braucht meistens viel Zeit, bis man die passende Tagesmutter findet», sagt Nadine Hoch (55), Geschäftsleiterin des Verbands Kinderbetreuung Schweiz. «Man sollte sich daher frühzeitig um eine Betreuung kümmern.»

Bei der Gemeinde kann man sich zum Beispiel informieren, ob es eine Tagesfamilienorganisation vor Ort gibt, oder man wendet sich direkt an die lokale Tagesfamilienorganisation. Diese beschäftigt Tagesmütter, die eine Ausbildung absolviert haben, sich regelmässig weiterbilden und von einer Vermittlerin fachlich begleitet werden.

Bedürfnisse individuell abgeklärt

Nachdem man sich bei der Tagesfamilienorganisation angemeldet hat, klärt eine Fachperson die jeweiligen Kinder- und Elternbedürfnisse ab. Danach schlägt die Vermittlerin eine passende Tagesmutter vor, die man dann gemeinsam und unverbindlich zu Hause besucht. So sehen die Eltern, wo und mit wem das Kind seine Zeit verbringen würde.

Im Vordergrund steht die Beobachtung: Wie ist der Kontakt zwischen Kind und Tagesmutter, wie lebt die Tagesfamilie? Dabei empfiehlt die Expertin, «sich unbedingt» auch aufs Bauchgefühl zu verlassen: Ist die Tagesmutter sympathisch, kommt sie einem kompetent, vertrauenswürdig und liebevoll vor, fühlt man sich wohl?

Das Kind muss sich wohlfühlen

Es gilt auch zu prüfen, ob die Tagesmutter die gleichen Werte vertritt wie die Eltern: Was ist ihr wichtig? Wie kocht sie? Leben auch Tiere in ihrem Haushalt? Man darf sich nicht scheuen, Fragen zu stellen. «Wichtig ist, während des Besuchs auch das Kind zu beobachten», rät Hoch. «Fühlt es sich wohl, gibt es sich natürlich, gefällt es ihm am noch fremden Ort? Möchte es von sich aus wieder kommen?»

Verläuft der Besuch erfolgreich, verbringt das Kind erst einmal probemässig Zeit bei der Tagesmutter. Diese Eingewöhnung ist eine wichtige Phase, man sollte dem Kind dabei Zeit lassen.

Wenn es klappt, kommt es zu einem Vertragsverhältnis zwischen den Eltern und der Tagesfamilienorganisation. Falls die Tagesmutter nicht den Bedürfnissen der Familie entspricht, sucht die Vermittlerin weiter.

Autor: Priska Plump