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12. Mai 2014

Museumsbesuch in Unterhosen

Sie lassen sich daheim besuchen und haben rund um die Uhr geöffnet: virtuelle Museen im Internet. Wir zeigen die zehn interessantesten digitalen Ausstellungen der Welt, etwa die grösste Vogelstimmensammlung Europas. Dazu (rechts) drei Porträts von speziellen realen Museen und der Überblick über die beliebteste oder neuste Ausstellung.

Wie klingt die Eule?
Wie klingt die Eule genau? Eine deutsches Webarchiv mit vielen Vogelstimmen hilft weiter... (Bild Keystone)

Das Schweizer Velonummernmuseum nennt sich mit über 2500 farbigen Abbildungen von Schildern, die zwischen 1892 und 1988 in der Schweiz geprägt wurden, das «grösste virtuelle Museum Europas». Seit dem 2. Mai 2014 ist ein Teil der Sammlung im Verkehrshaus Luzern zu sehen.

Ebenfalls zu den umfangreichsten seiner Art zählt die Vogelstimmensammlung von Stefan Wehr, die 154 digital aufgenommene Zwitscherlaute umfasst. Wer schon immer wissen wollte, wie die Waldohreule uhut und der Alpensegler singt, muss unbedingt ins digitale Vogelarchiv steigen.

Sie wollen wissen, was Vielflieger bereits in- und auswendig kennen? Im Airliners-Museum sind alle bekannten Flugzeugtypen von grossen und kleinen Fluggesellschaften fotografisch festgehalten. Dank Suchkriterien wie Flugzeugtyp oder Flughafen finden sich die interessantesten Bilder ganz leicht.

In diesem Zusammenhang etwas Skurriles: Unter anderem auch von Fluggästen stammen die Exponate eines Erfrischungstuchmuseums aus den Vereinigten Staaten. Allein die Aufmachung der Website ist herzallerliebst.

Ein paar Kindheitserinnerungen gefällig? Das Projekt «Conserve the Sound» liefert die Geräusche einer Triumph-Adler-Schreibmaschine, des Sony-Walkmans, einer Lehnartz-Kaffeemühle und vielem mehr. Stöbern, anklicken und anhören.

Zurück in die Vergangenheit reist man auch im Spielzeugmuseum der 50er- bis 70er-Jahre. Die Website zeigt unter anderem Puppenhäuser, Miniaturmöbel und Kaufläden, aber auch über 60 Jahre altes Spielzeug. Ob bei Ihnen auf dem Estrich ähnliche Exponate liegen?

Relikte aus alter Zeit finden sich auch im Markenmuseum. Wer durch den virtuellen Eingang schreitet, kann sich durch die verschiedenen Themengebiete wühlen und aktuelle Informationen sowie geschichtliche Hintergründe zu Markennamen abrufen.

Das National Museum of Natural History in den USA zeigt über 500 Millionen Exponate. Nicht ganz so umfangreich, aber genauso sehenswert ist die virtuelle Tour. Navigieren Sie mit den Pfeilen durch das Gebäude, oder wählen Sie oben rechts die gewünschte Ausstellung.

Vom Grand Canyon via Cinque Terre über Pompeji zum Great Barrier Reef: Google hat seine Weltwunder zusammengestellt und zeigt nicht nur die schönsten Bilder, sondern bietet darüber hinaus gleich die Möglichkeit, sie per Streetview zu besuchen.

Gleichzeitig ist der amerikanische Riesenkonzern das grösste virtuelle Kunstmuseum der Welt. So besuchen Sie per Mausklick innert weniger Sekunden und völlig kostenlos das Museo del Greco in Toledo, die Tate Gallery in London, das Akropolis-Museum in Athen und fast 300 weitere digitalisierte Ausstellungen.

Autor: Reto Vogt