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14. Oktober 2013

Mordsspass

Ballerspass mit GTA 5 (Bild: Rockstar).
Ballerspass mit GTA 5 (Bild: Rockstar).

Seit einem Monat ist das Spiel «GTA V» für ­Erwachsene auf dem Markt. Minderjährige dürfen es aufgrund relativ brutaler Gewaltdarstellung nicht erwerben (theoretisch). Obwohl sich in der Praxis natürlich niemand daran hält, lässt sich die freiwillige Altersfreigabe zumindest noch einigermassen nachvollziehen. Wieder laut werdende Forderungen nach einem konsequenten Verkaufsverbot von Killerspielen schiessen allerdings übers Ziel hinaus. Das grösste Problem ist dabei die Umsetzbarkeit: Wer ein Spiel kaufen will, bestellt es ganz einfach via Internet im Ausland und lässt es sich nach Hause liefern. Darüber hinaus würde ein Verbot geradezu die Lust fördern, solche Spiele ins Laufwerk zu schieben. Helfen würde dagegen mehr präventive Arbeit in Schulen und an Elternabenden, mit der gut geschulte Lehrpersonen die Medienkompetenz von Jugendlichen und Erwachsenen stärken könnten. Es ist eminent wichtig, dass es Eltern interessiert, was ihre Kinder am Computer oder an der Konsole spielen. Sie sollten sich mit ihren Sprösslingen vor den Fernseher setzen und die Spiele zusammen ausprobieren. Nichtsdestotrotz können viele wissenschaftliche Studien keinen Zusammenhang zwischen Killerspielen und realen Gewaltdelikten nachweisen: Ursachen sind eher in der Persönlichkeitsstruktur der Täter zu suchen, zum Beispiel Schwächen in der Schule oder Ärger im Freundeskreis. Diese Probleme werden nicht von Videospielen ausgelöst, sondern damit kompensiert. Deshalb muss man endlich aufhören, Games die Schuld an realer Gewalt zuzuschieben.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Killerspielen und realen Gewaltdelikten? Diskutieren Sie und teilen Sie uns Ihre Meinung per Kommentar unten auf dieser Seite mit.

Autor: Reto Vogt