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13. Mai 2013

Mobbing ist kein Zufall

Warum wird ein Kind Opfer von Mobbingattacken, das andere nicht? Eine aktuelle Studie zeigt, dass der Erziehungsstil der Eltern und die Umgangskultur in der Schule eine wichtige Rolle dabei spielen.

Junge, der alleine im Abseits steht
Umfeld und Erziehung prägen: 
Manche Kinder sind prädestiniert für die Opferrolle. (Bild: Fotolia)

Gehänselt und geplagt wird fast jedes Kind im Laufe seiner Schulkarriere mal. Doch wenn das Auslachen und Piesacken anhält, gilt das als Mobbing. Psychologen der Universität im englischen Warwick haben nun gezeigt, dass der Erziehungsstil der Eltern einen wichtigen Einfluss darauf hat, wie das Kind mit solchen Situationen fertig wird. Besonders gefährdet sind überbehütete Kinder und solche, die in einem besonders strengen Elternhaus aufwachsen. Am besten geschützt gegen Mobbing sind sie, wenn die Eltern ihnen klare Regeln, Unterstützung und Geborgenheit vermitteln.

Jürg Forster (60), Leiter Schulpsychologische Dienste der Stadt Zürich, bestätigt: «Auf faire Weise zu streiten und sich zu wehren ist für Kinder nicht einfach. Ein gesundes Selbstvertrauen hilft ihnen dabei. Eltern können viel dazu beitragen, wenn sie einen respektvollen und unterstützenden Erziehungsstil pflegen.» Eher kontraproduktiv seien Ratschläge wie: «Du musst dich halt wehren.» «Sie machen Kinder nur noch hilfloser, wenn sie sich unterlegen fühlen», sagt Jürg Forster.

Auch bei Kindern, die andere plagen, spielt die Erziehung eine Rolle. «Sie haben noch nicht gelernt, wie man auf faire Art streitet», erklärt Forster. Was können Eltern und Schule tun, damit Kinder weder Opfer noch Täter werden? Nebst dem offenen und herzlichen Umgang daheim ist wichtig, dass in der Schule Strukturen vorhanden sind, in denen die Kinder gemeinsam Regeln ausarbeiten und sich darüber austauschen können, zum Beispiel in einem Klassenrat. Es gibt auch Fälle von so extremem Mobbing, wo als einziger Ausweg der Wechsel der Schule bleibt. Dies zeigt der Fall eines im Internet gemobbten 14-jährigen Mädchens: Zum Artikel

Autor: Andrea Fischer