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07. Oktober 2013

Mit Pumps ins Gartenbeet

Gutes Schuhwerk ist wichtig
Gutes Schuhwerk ist wichtig.

«Schreib doch mal was zum Thema praktische Gartenbekleidung», schlug mir kürzlich Arbeitskollegin Y. beim Mittagessen in der Kantine vor. Über Kleidung also, die im Sommer vor zu viel Sonne und «biselnden» Ameisen und jetzt im Herbst vor angriffslustigen Wespen und einer Schnudernase bewahrt.

Nichts einfacher als das, dachte ich: Eine kurze oder auch lange Hose, möglichst grasgrünerdbraun und aus zähem Stoff, Gartenhandschuhe und eine alte Jacke, die sich an den Armen gut hochkrempeln lässt. Dazu ein Hut mit grosser Krempe bei Regen und ein Schirmmützli bei Sonne, Gummicloggs oder auch -stiefel, die zweiten optional mit Stahlkappen für allfällige Baumfällaktionen.

Doch dann realisierte ich, dass es mir gar nicht ansteht, guten Rat zu erteilen, schon gar nicht, was gutes Schuhwerk angeht. Nicht etwa, weil ich keins besitze, sondern weil ich es nicht trage. Einfach, weil ich jeweils nur «schnell, schnell» im Garten vorbeischaue, dann aber dort dieses und jenes entdecke, was man gerade könnte/sollte/müsste, und ja, dann jäte ich zwischen den Salatköpfen auch mal in den Finken. Oder, wenn es fest pressiert, im Pyjama plus Finken, oder wie kürzlich in Pumps und hellbeigen, bügelgefalteten Bürohosen. Okay, da habe ich nicht gejätet, sondern die Hasen gemistet. Nur macht sich an einer Redaktionssitzung auch Hasenpipi nicht wirklich gut.

Ich wäre auch Besitzerin einer grasgrünerdbraunen (Hasenpipi!) Gartenhose aus stabilem (Rosendornen!) Drillichstoff. Es gäbe auch genug Gartencloggs: Mindestens drei Paar stehen jeweils allein vor der Haus- und der Terrassentür. Respektive sie sollten, denn meist steht bei der Tür, wo ich reinschlüfen will, grad gar nix, weil sich alles bei der anderen Tür stapelt … Und das ist dann so ein Moment, wo ich in den Finken im Gemüsebeet lande.

Drum, liebe Y., keinen guten Rat vom meiner Seite. Ausser vielleicht den einen: Kaufe nie Gartencloggs oder -stiefel mit einem Profil, in dem die ganze Erde hängen bleibt. Ich habe erst gestern wieder an den Füssen das halbe Erdöpfelbeet mit auf die Terrasse geschleppt. In den Finken wäre mir das also nicht passiert!

Autor: Almut Berger

Fotograf: Almut Berger