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10. April 2017

Mit dem Home-Assistant auf der Couch

Siri, Alexa und Cortana stecken in Smartphones und Lautsprechern und können fast alles. Die Programme reagieren auf Sprachbefehle. Doch was bringen sie wirklich?

Google Home
Sprachassistenten wie Google Home sehen unauffällig und harmlos aus. Dabei haben sie ein hohes Zukunftspotenzial (Bild: PD).

Sprachassistenten sind intelligente, sprechende Programme, die auf die Stimme reagieren. Eine der bekanntesten ist Siri, die auf iPhones vorinstalliert ist und auf Knopfdruck oder mit dem Befehl «Hey Siri» aktiviert wird.

Osterwettbewerb 2017
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Die Assistenten lassen sich mit all den Fragen bombardieren, die man sonst bei Google eintippt. Im Idealfall erhält man eine Sprachantwort, ansonsten passende Webresultate. Die Programme können aber weit mehr. Auf dem Smartphone verfassen sie Textnachrichten, tätigen Anrufe, erstellen Termine oder spielen Musik ab.

Welche Assistenten gibt es?

Nebst Siri für Apple-Geräte gibt es den Google-Assistant für Android-Betriebssysteme, Cortana für Windows-PCs oder Alexa, die in einem zylindrischen Lautsprecher namens Amazon Echo wohnt. Letzterer ist ein sogenannter Home-Assistant, der auch in der Version Google Home erhältlich ist.

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Sie werden daheim aufgestellt und mit dem Internet verbunden. In Hörweite kann man sie mit den Kommandos «Hey Alexa» respektive «Ok Google» steuern. Um auf die Befehle reagieren zu können, müssen die Geräte ständig mit­hören – ein Eingriff in die Privatsphäre, der Bedenken wecken kann.

Was können sie?

Auf den Smartphones haben die Sprachassistenten primär die Aufgabe, Fragen zu beantworten und Apps zu steuern. Das ist beim Autofahren praktisch. Man kann Textnachrichten diktieren statt schreiben. Benutzt man das Gerät als Navigationshilfe, kann man einfach sagen, wohin es gehen soll.

Google Home und Amazon Echo setzen zusätzlich auf die Verknüpfung mit anderen Geräten. Je nach Kompatibilität können sie das Licht steuern, den Fernseher einschalten oder die Heizung programmieren. Man kann sie auch nach dem Wetter fragen oder Einkaufslisten erstellen lassen.

Was bringt die Zukunft?

Die intelligenten Sprachassistenten stehen erst am Anfang ihrer Entwicklung. Bisher gibt es auch kein Programm, das Schweizerdeutsch versteht. Sie lernen aber durch regelmässige Benutzung und Anbindung an riesige Datenzentren laufend dazu.

Doch braucht jeder Haushalt einen Sprachassistenten? Nein, schon aus Datenschutzgründen spricht vieles dagegen. Ausserdem steckt in jedem Smartphone Software, die Sprache erkennt und diktierte Nachrichten tippt. Wer experimentierfreudig ist und sich zum Beispiel ein Rezept vorlesen lassen will oder die Musiksteuerung auf Zuruf ausprobieren möchte, macht mit Amazons Alexa oder Google Home nichts falsch.

Autor: Philipp Rüegg